Toccata 02/2022

Eröffnungskonzert am Abend des 18. März 2022, gleicht einem Feuerwerk instrumentaler Klangfarben und wird von Dorothee Oberlinger mit ihrem Ensemble 1700 gestaltet. Eine Besonderheit der Magdeburger Telemann-Festtage ist es, neben bekannten auch unbekannte oder seit dem 18. Jahrhundert nicht mehr erklungene Werke auf Basis aktueller Forschungsergebnisse aufzuführen. So sind beim kommenden Festival fünf Erstaufführungen von TelemannKompositionen in heutiger Zeit zu erleben. Darüber hinaus verstehen sich die Festtage als das Podium, welches den aktuellen Stand der Auseinandersetzung mit Telemanns Werken in verschiedensten Regionen der Welt vermittelt. Einen eindrucksvollen Einblick in die Verbreitung Telemannischer Tonschöpfungen gibt das Abschlusskonzert am Sonntag, 27. März, mit dem US-amerikanischen Ensemble „Tempesta di Mare“ aus Philadelphia, einer Gegend, in der Musik Telemanns nachweislich bereits 1766 und damit zu Lebzeiten des Komponisten (und damit noch vor Gründung der USA) erklungen ist. Unmittelbar vor dem Konzert wird der amerikanische Musikwissenschaftler und Musiker Prof. Dr. Stephen Zohn mit dem Georg-Philipp-Telemann-Preis der Landeshauptstadt Magdeburg geehrt. Zohn wird im Anschluss selbst im Konzert mit dem Ensemble „Tempesta di Mare“ als Musiker zu erleben sein. Neue Wege werden mit zwei genreübergreifenden Konzerten beschritten: In der „Insel der Jugend“, einem Magdeburger Szene-Club, trifft in „Telemann ! Elektrisiert“ Musik des 18. Jahrhunderts auf elektronische Sounds der Gegenwart. Das originelle französische Barock-Ensemble „Amarillis“ hingegen lässt sich von Telemanns „Musique de Table“, unterstützt von Bühnen- und Lichtdesign, zu einer audio-visuellen Reise in fantastische Welten inspirieren. Mit einem umfangreichen Rahmenprogramm will der Jubiläumsjahrgang des Festivals über Liebhaber der Barockmusik hinaus unterschiedliche Publikumsschichten und Altersgruppen ansprechen. Zwei Tagesausflüge in die Region führen interessierte Besucherinnen und Besucher nach Köthen und nach Tangermünde. Während in Köthen neben der Besichtigung des Schlosses (mit „Neuer Musicalien-Kammer“) ein Konzert am Geburtstag Johann Sebastian Bachs auf dem Programm steht, ist in Tangermünde neben einem Stadtrundgang auch eine Orgelführung an der einzigartigen Scherer-Orgel zu erleben. Eine Junior-Masterclass im Konservatorium „Georg Philipp Telemann“, ein Kultur-Talk sowie eine Lesung mit Bruno Preisendörfer aus seinem Buch „Als die Musik in Deutschland spielte“ runden das Rahmenprogramm ab. Die Internationale Wissenschaftliche Konferenz am 21. und 22. März 2022 im Gesellschaftshaus befasst sich mit dem Thema „Die Evangelien-Passion bei Telemann“. Wer mehr als drei Veranstaltungen aus dem Hauptprogramm der Magdeburger Telemann-Festtage besucht, gilt als Mehrfachbesucher*in und erhält einen Rabatt in Höhe von 10 % auf seine Karten (nur erhältlich bei der Roßdeutscher & Bartel GmbH). Das U 27 Ticket kostet 10 € in allen Kategorien. Es gilt für Kinder und junge Erwachsene unter 27 Jahren gegen Vorlage eines Altersnachweises und nur für die ausgewiesenen Veranstaltungen. Corona-Hinweis: Trotz vieler Unwägbarkeiten ist die Durchführung des Festivals geplant. Zunächst wird nur ein eingeschränktes Platzangebot zur Verfügung stehen. Je nach Situation wird im Februar eine Erweiterung geprüft. Die zum Veranstaltungszeitpunkt geltenden Regelungen sind einzuhalten. Gegenwärug wird auf der Basis der 2G-Regelung geplant. Informationen und Kartenservice Roßdeutscher & Bartel GmbH, Leipzig, Tel. +49 (0) 341 14 990 758, karten@telemann-festtage.de www.telemann-festtage.de Die Magdeburger Telemann-Festtage werden seit 1962 veranstaltet. Im Zentrum des Festivals steht das faszinierende Werk des in Magdeburg geborenen und bereits zu Lebzeiten europaweit gefeierten Komponisten Georg Philipp Telemann (1681–1767). Das Musikfest präsentiert international gefeierte Künstlerinnen und Künstler sowie erstklassige Ensembles in verschiedensten Veranstaltungsformaten – vielfach an geschichtsträchtigen Orten. Die Magdeburger Telemann-Festtage orientieren sich vor allem auf eine historisch informierte Aufführungspraxis, wollen dem ursprünglichen Klangbild der dargebotenen Werke auf die Spur kommen. Eine Besonderheit des Festivals besteht auch in der Aufführung „neuer“ bzw. selten zu hörender TelemannWerke auf der Basis aktueller Forschungsergebnisse. Dass die Magdeburger Telemann-Festtage nun 60 Jahre nach ihrer Gründung zum 25. Mal veranstaltet werden, hängt neben der coronabedingten Verschiebung 2020 mit ihrer unregelmäßigen Durchführung (alle zwei oder drei Jahre) bis 1990 zusammen. Seither finden sie im Biennale-Rhythmus statt, wobei die Programmkonzeption nun auch einem inhaltlichen Motto folgt (z.B. 1998 „Telemann und Frankreich“, 2000 „Telemann und Bach“, 2008 „Telemann und Händel“, 2016 „Telemann und das Konzert“, 2018 „Voller Poesie. Telemann und die Literatur“). Angeregt von Musikerjubiläen, wichtigen Daten in Telemanns Leben oder historischen Ereignissen bietet die Motto-Orientierung seit 1990 die Möglichkeit, dem Publikum und der Fachpresse das kompositorische Werk systematisch aufbereitet zu präsentieren. Dresden: An der Hochschule für Musik Dresden hat ein neues Forschungsprojekt gestartet: „Schütz‘ Schüler - oder die Frage nach der Nachhaltigkeit in der Musik“. Prof. Michael Heinemann und ein internationales Team aus fünf Nachwuchsforscherinnen und –forschern gehen der Frage nach, welchen Einfluss der Lehrer Heinrich Schütz auf seine Schüler hatte. „Im Rahmen des Projekts werden wir dabei nicht nur die Einflüsse von Schütz auf die Musiker seiner Zeit untersuchen, sondern auch der Frage nachgehen, wie (Kompositions-) Unterricht im 17. Jahrhundert angelegt und wie nachhaltig die Lehre des Dresdner Kapellmeisters war“, so Heinemann. Diese Forschungen seien ein wichtiger Beitrag zur Konsolidierung des kulturellen Gedächtnisses der Stadt Dresden wie auch des Freistaates Sachsen. ICMA: Die International Classical Music Awards (ICMA) 2022 erhielten in der Kategorie Early Music: Basevi Codex: Music At the Court of Margaret of Austria mit Dorothee Mields und dem Boreas Quartett Bremen (Audite), in der Kategorie Baroque Instrumental: The Mad Lover mit Théotime Langlois de Swarte, Violine, und Thomas Dunford, Laute (Harmonia Mundi France), in der Kategorie Baroque Vocal: Anima Aeterna mit Jakub Jozef Orlinski, Countertenor, Fatma Said, Sopran und Il Pomo d’Oro unter Francesco Corti (Erato), in der Kategorie Choral Music: Rossini: Petite messe solennelle mit dem Coro Ghislieri unter Giulio Prandi (Arcana), in der Kategorie Solo Instrumental: Paganini: 24 Caprices mit Alina Ibragimova, Violine (Hyperion) und in der Kategorie Premiere Recording: Salieri: Armida mit Choeur de Chambre de Namur und Les Talens Lyriques unter Christophe Rousset (Aparte). Nigel Rogers: Am 19. Januar 2022 starb der britische Tenor Nigel Rogers. In der Anfangszeit seiner Laufbahn widmete er sich der Frühen Musik und war 1960 Gründungsmitglied des Studios der Frühen Musik. Seit Anfang der 1970er Jahre lehrte er als Gesangsdozent an der Schola Cantorum in Basel. Von 1978 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2000 unterrichtete er am Royal College of Music in London Gesang, dessen Ehrenmitglied er 1980 wurde. 1979 gründete er das Vokalensemble Chiaroscuro. Besonders hat er sich den Kompositionen von Monteverdi gewidmet. Mathmann: Philipp Mathmann‘s Engagements in den letzten beiden Saisonen waren u.a. die Partie des Medoro in Vivaldi’s Orlando Furioso am Theater an der Wien, Philharmonie Moskau, am Teatro Real (Hausdebüt) und der Salle Seine Musicale in Paris, die Partie der Lieschen in Bach‘s Kaffeekantaten beim Oude Muziek FestiTOCCATA - 118/2022 NACHRICHTEN Nigel Rogers Ensemble 1700 bei den Magdeburger Telemann-Festtagen 2022, Ltg.: Dorothee Oberlinger 11

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