Toccata 02/2022

13 NACHRICHTEN europäisches Regiedebüt. Im August 2022 wird George Petrou beim Festival Drottningholm bei Vivaldi’s Oper Giustino wieder in Personalunion Regisseur/ Dirigent arbeiten. Weitere Saisonhighlights in George Petrou’s Kalender sind u.a. eine NP von Il Barbiere di Siviglia an der Oper Köln, Xerxes in Moskau, Vivaldi’s Orlando Furioso im Konzerthaus Dortmund, und Max Emanuel Cencic‘s Galaprogramm Senesino beim Bayreuth Baroque Opera Festival und in Moskau. Yuriy Mynenko (Cesare), Sophie Junker (Cleopatra) und Nicholas Tamagna (Tolomeo) feiern jeweils Ihre Giulio Cesare Rollendebüts. Der Countertenor Yuriy Mynenko debütiert Cesare, eine Partie, die er nach der Reisopera u.a. auch bei den Göttinger Händelfestspielen und an der Oper Leipzig singen wird. Mynenko wird in nächster Zeit u.a. sein Debüt an den Opernhäusern Zürich (Eliogabalo) und Leipzig (Giulio Cesare) geben, zudem ist er regelmäßiger Gast am Moskauer Bolshoi Opernhaus und wird im Sommer 2022 die Titelpartie in Vivaldi’s Giustino beim Festival in Drottningholm interpretieren. Sophie Junker hat mit Ihrer CD La Francesina einen Internationalen Classical Music Award und den Trophée Forum-Opéra gewonnen. Die Partie der Cleopatra wird Junker an der Reisopera und in Göttingen singen. Weitere Engagements führen Sophie in das Palau de la Musica Barcelona, Teatro Real (beides im April 2022), Festival Potsdam-Sansoucci, Brüssel (beides im Juni 2022), Moskau, Ambronnay, Dortmund (im September 2022), ehe sie im Dezember 2022 ihr Hausdebüt an der Oper Zürich feiern wird. Mit der Partie des (bösen) Tolomeo füllt der Altus Nicholas Tamagna eine weitere Lücke in seinem Rollenrepertoire. Zukünftige Partien in seinem Kalender sind u.a Timagene in einer NurMännerbesetzung von Vinci’s Alessandro nell’Indie beim Bayreuth Baroque Opera Festival 2022, die Rolle des Casimiro in Caldara’s Il Venceslao am Theater an der Wien, die Titelpartie in Vivaldi’s Giustino an der Pinchgutoper in Sydney, die Partie des Refugee in einer NP von The Flight am Oldenburgischen Staatstheater. Stuttgart: Das Festival Stuttgart Barock vom 28. April bis 1. Mai 2022 feiert unter dem Motto “Inspiration Venedig” in der ehemaligen Residenz der Herzöge von Württemberg international renommierte Spezialensembles für Renaissance- und Barock-Musik. Das Eröffnungskonzert mit dem Kammerchor Stuttgart unter der Leitung von Frieder Bernius in der Stiftskirche gibt den Auftakt für ein hochwertiges, vokal-instrumentales, venezianisches Programm, das die vielen Facetten der musica da chiesa und der musica da camera zum klingenden Erlebnis macht. Venedig war und ist Handelsmetropole von globalem Rang. Die relativ kleine Stadt in der Lagune hatte sich im Laufe der Jahrhunderte zu einem wirtschaftlichen, politischen und touristischen Schwerpunkt in Europa entwickelt, zu einem Wunderwerk an Architektur, zu einem Zentrum der Kultur – weltweit, grenzübergreifend, grenzenlos. Die Musik, die für Venedigs Kirchen, Palazzi, Ospedali und Opernhäuser geschrieben wurde, strahlt schon immer reiche Lebensfreude, Klangpracht, Farbe und Virtuosität aus. Die Vielfalt, geprägt durch Monteverdi, Vivaldi und deren Zeitgenossen, bildet so etwas wie das musikalische Gegenstück zu den großen farbintensiven venezianischen Malern wie Tizian, Veronese oder Tintoretto. Am 28. April 20:00 Uhr lädt der Festival-Gründer Prof. Frieder Bernius zum Eröffnungskonzert von Kammerchor und Barockorchester Stuttgart unter seiner Stabführung. Zur Aufführung kommen Vespermusiken von Antonio Vivaldi und Jan Dismas Zelenka, sowie dessen Missa Gratias agimus tibi. Die solistischen Parts übernehmen Hannah Morrison, Marie Luise Werneburg, David Allsopp, Thomas Hobbs und Jonathan Sells. Um 19:00 Uhr wird es eine Konzerteinführung in der Schlosskirche geben. Am 29. April 20:00 Uhr geht es im Weißen Saal des Neuen Schlosses weiter mit La Follia – Virtuose Streichermusik von Carlo Farina, Antonio Caldara und Antonio Vivaldi mit dem Capricornus Consort Basel mit Péter Barczi. Am 30. April 17:00 Uhr erklingen Sonaten von Johann Georg Pisendel, Johann Paul von Westhoff und Antonio Vivaldi in der Leonhardskirche von Il Rosario mit Daniel Sepec. Zwischen den instrumentalen und vokalen Leckerbissen in der Leonhardskirche wird ein „Intermezzo Culinario“ in der nahegelegenen Philharmonie Gustav-Siegle-Haus angeboten. Am 30. April 20:30 Uhr genießen Sie Motetten und musikalische Exequien von Heinrich Schütz. Interpretiert werden sie vom Ensemble Vox Luminis mit Lionel Meunier. Die Musikalische Lesung aus Casanovas Memoiren findet am 1. Mai um 11:00 Uhr im Vortragssaal des Landesmuseums im Alten Schloss mit Rudolf Guckelsberger statt und wird musikalisch untermauert mit Werken von Tartini, Pisendel, Vivaldi, Jom-melli und Mozart, die von Studierenden der Musikhochschule Trossingen unter der Leitung von Anton Steck präsentiert werden. Auf die Lesung folgt ein Mittagstisch für die Festivalbesucher im Café Künstlerbund. Am 1. Mai um 16:00 Uhr, beim Abschlusskonzert, wird es leidenschaftlich: Canti amorosi e balli aus dem 7. und 8. Madrigalbuch von Claudio Monteverdi werden vom Ricercar Consort mit Philippe Pierlot im Weißen Saal des Neuen Schlosses aufgeführt. Die dazugehörige Konzerteinführung findet um 15:15 Uhr statt. Die Konzerte des Festivals finden in der malerischen Innenstadt Stuttgarts an traditionellen Spielorten wie der Leonhardskirche und dem Alten und Neuen Schloss statt, Gebäude des Herzogtums auf dem Weg zum Königreich Württemberg, das vielfältige Beziehungen zu Venedig und seinen Künstlern aus Architektur, Musik und Kunst unterhielt. Weitere Informationen und Tickets für die einzelnen Konzerte erhalten Sie beim Musik Podium Stuttgart unter karten@musikpodium.de, telefonisch unter 0711 239 139 0 oder auf www.musikpodium.de. Ein FestivalAbo ist ebenfalls verfügbar (25 % Rabatt). Tempesta di Mare: Das Ensemble Tempesta di Mare (Philadelphia, USA) konzertiert im März 2022 im mitteldeutschen Raum, unter anderem in Dresden (25.3.), bei den 25. Magdeburger Telemann-Festtagen (27.3.), in der Mendelssohn-Remise Berlin (20.3.), in Leipzig (18.3.) und Köthen (24.3.). Im Mittelpunkt des Kooperationsprojektes stehen groß angelegte Instrumentalwerke von Georg Philipp Telemann (1681-1767) und Johann Friedrich Fasch (1688-1758), von denen einige speziell für die Dresdner Hofkapelle komponiert wurden. Es handelt sich teilweise um Erstaufführungen. Die Werke des orchestralen Hauptprogramms stammen aus der ehemals im sogenannten „Schrank II“ in der Dresdner Hofkirche aufbewahrten Sammlung von Instrumentalwerken der Dresdner Hofkapelle zur Zeit der sächsisch-polnischen Union. Eine besetzungstechnische Besonderheit des Dresdener Orchesters — und auch ein Markenzeichen des aufführenden Ensembles — ist die Großbesetzung der Bläser- und Holzbläsergruppen. Werke aus zwei anderen wichtigen Manuskriptsammlungen des Barocks, zum einen die von Sara Levy an die Sing-Akademie Berlin übergebene Sammlung, und zum anderen das Archiv von Werken in Kroměříž (Tschechische Republik), sind in den kammermusikalischen Konzerten in Berlin und Leipzig zu hören. TOCCATA - 118/2022 Mozaique, Foto: Konstantin Schmidbauer

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