Toccata 02/2022

ziert mit Mitteln aus der Förderlinie WissensWandel des Bundesprogramms Neustart Kultur. Nachdem das Bach-Archiv Leipzig vor zwei Jahren weite Teile des historischen Archivs des Thomanerchors Leipzig als Dauerleihgabe übernommen hatte, konnte die gesamte handschriftliche Überlieferung des Bestandes nun digitalisiert werden. Die knapp 100 Handschriften mit insgesamt rund 20.000 Einzelseiten wurden in das digitale Sammlungsportal des Bach-Archivs integriert, wo sie ab sofort unter https://digitalesammlungen.bach-leipzig.de/ angesehen und heruntergeladen werden können. Prof. Dr. Dr. h. c. Peter Wollny, Direktor des Bach-Archivs Leipzig: »Das historische Archiv des Thomanerchors gewährt unschätzbare Einblicke in die Musikgeschichte der Stadt Leipzig; die Erschließung dieses Bestands in den Digitalen Sammlungen des Bach-Archivs bietet der Forschung nun erstmals einen bequemem Zugang zu diesem Schatz und unterstreicht damit die Attraktivität des Wissenschaftsstandorts Leipzig.« Das Archiv des Thomanerchors Leipzig dokumentiert einen der größten Schätze der europäischen Musikgeschichte. Die durchgängige und zusammenhängende Dokumentation von musikalischen, bildungs-, kultur- und sozialgeschichtlichen Quellen aus über sechs Jahrhunderten Schulgeschichte macht den Bestand zu einem beispiellosen Kulturgut. Emanuel Scobel, Geschäftsführender Leiter Thomanerchor Leipzig: »Die Handschriftensammlung enthält einzigartige Dokumente, darunter Lehrmaterial und Matrikeln seit dem 17. Jahrhundert, Quittungsbücher mit den Unterschriften von Johann Sebastian Bach und weiteren Kantoren und Rektoren, Teile der autographen Musikhandschriften aus der seit 1945 verschollenen Chorbibliothek sowie historische Aufführungsmaterialien ehemaliger Thomaskantoren. Wir freuen uns, dass dieser Schatz mit der abgeschlossenen Digitalisierung nun allen Freunden des Thomanerchores und Interessierten weltweit digital zugänglich ist und wir unsere Dokumente im BachArchiv unter professionellen Bedingungen für die nachfolgenden Generationen konserviert wissen.« Göttingen: Alte Musik übernimmt Neue Medien! Mit einem frischen Format stellen sich die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen aktuellen Herausforderungen an den Kulturbetrieb: der pandemischen Situation ebenso wie einer Gesellschaft, die zunehmend im virtuellen Raum unterwegs ist. „Wir möchten allen, die unser Jubiläum nochmal erleben wollen bzw. gar nicht erst dabei sein konnten, Gelegenheit dazu geben“, so Jochen Schäfsmeier, Intendant der Festspiele. Der Name der Streaming-Plattform: www.haendel-channel.de. Ab 20.12. (16 Uhr) war sie online. Fast einen Monat lang, bis zum 16.01.2022, waren alle Inhalte der Festspiele 2021 ohne Einschränkung abrufbar. Danach sind ausgewählte Produktionen hinter einer Bezahlschranke „verschwunden“. Neben den neuen, hochkarätigen Konzert- und Opernmitschnitten der diesjährigen Festspielzeit darf man sich auf Beiträge des vorangegangenen, digitalen Festivals freuen. Und wer ein bisschen hinter die Kulissen schauen möchte, bekommt durch das reichhaltige Bonusmaterial Gelegenheit dazu. Neben einem Best-Of der beliebten HändelTalks finden sich hier kurze, konzertbezogene Videos und weitere Inhalte rund um die Festspiele. Die Plattform wird nach ihrem Launch regelmäßig mit neuem Content gefüllt. „Es ist Weihnachten“, schmunzelt Schäfsmeier, „und das ist unser virtueller Adventskalender. Neuer Tag, neues Türchen. Gleichzeitig wollen wir mit der Nachlese die Zeit zu den kommenden Festspielen überbrücken: Besonders unter dem Eindruck der pandemischen Einschränkungen wollen wir sowohl die Erinnerung an die vergangenen Festspiele wachhalten als auch Vorfreude auf die kommenden schüren.“ Die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen präsentieren damit ihre Version der Digitalisierung von Konzerten. „Künstlerisch überzeugende Darbietungen im Netz brauchen zwingend einen Mehrwert – darum werden wir bewusst die Chancen nutzen, die der digitale Raum bietet“, verspricht Schäfsmeier. Und führt aus: „Dabei haben wir vom digitalen Festival im Mai viel gelernt. Etwa, dass solch ein Angebot von immer mehr Menschen genutzt wird und ein zukunftsfähiges Modell sein kann – über die Pandemie hinaus. Sie hat uns herausgefordert, neue Wege zu gehen und moderne Kommunikationswege neu zu erschließen. Wir nehmen die Herausforderung an.“ Ohne Hilfe ist das kaum realisierbar: Zahlreiche Freunde, Förderer, Sponsoren machen analoge und digitale Festspiele möglich. Die Jungfernfahrt des Channels, die Streaming-Reihe der Jubiläumsfestspiele sowie die Produktion der Videos wurde maßgeblich über TOCCATA - 118/2022 NACHRICHTEN 5 Original-Sopran-Stimme der Kantate “Wie schön leuchtet der Morgenstern BWV 1 von J.S. Bach (Choralkantaten-Jahrgang 1724/25) Freuen sich auf die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik 2022 (v. l.): Geschäftsführer Dr. Markus Lutz, Intendant Alessandro De Marchi, Betriebsdirektorin Mag. Eva-Maria Sens (© Innsbrucker Festwochen / Veronika Lercher)

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