Toccata 03/2022

G.A.P-Ensemble: im Februar 2022 hat das G.A.P.-Ensemble seine Zusammenarbeit mit der Sopranistin Dorothée Mields fortgesetzt und gastierte im Rahmen von vier gemeinsamen Konzerten im Stadttheater Hildesheim, in der Philharmonie Mercatorhalle in Duisburg, im Zeughaus in Neuss sowie im Kurfürstlichen Palais in Trier. Das außergewöhnliche Programm umfasst Werke von Johann Sebastian Bach und Dmitri Schostakowitsch. Dafür hat Dorothée Mields quasi eine eigene Bach-Kantate aus verschiedenen Sätzen zusammengestellt, beginnend mit der Violinsonate G-dur BWV 1021 anstelle einer Sinfonia. Es folgen Rezitative und Arien aus verschiedenen Kantaten, unterbrochen von einem instrumentalen Intermezzo, dem Capriccio BWV 992 für Cembalo solo. Zum Abschluss erklingt der Choral Nr. 10 „Jesus bleibet meine Freude“ aus der Kantate BWV 147. Nach einer Pause schließen sich das Klaviertrio c-moll Nr. 1 op. 8 „Poème“ und die Sieben Romanzen op. 127 nach Gedichten von Alexander Blok für Sopran, Violine, Violoncello und Klavier von Dmitri Schostakowitsch an. Am 27. März 2022 gestaltete das G.A.P.-Ensemble zum 250. Geburtstag von Johann Wilhelm Wilms das Tauftagskonzert und den Festakt in der Evangelischen Kirche Witzhelden in Leichlingen, in der Wilms am 30. März 1772 getauft wurde. Dabei erklangen das Klavierquartett C-dur op. 22, das Klaviertrio C-dur sowie das Klavierquartett F-dur op. 30 von Johann Wilhelm Wilms. Mehr zu allen in 2022 geplanten Konzerten finden Sie auf der Seite der Internationalen Johann Wilhelm Wilms Gesellschaft e.V.: www.ijwwg.com/. Ensemble Polyharmonique: Das Jahr 2022 begann für das Ensemble Polyharmonique mit der Veröffentlichung der neuen CD "Dresden Vespers“ mit geistlichen Werken des Hofkapellmeisters Johann David Heinichen (1683 - 1729). Zu den markanten Besonderheiten der katholischen Dresdner Hofkirche gehörte die Verehrung des heiligen Franz Xaver. Die Einspielung beinhaltet eine "Vespro De Confessore“ und eine speziell diesem Heiligen gewidmete Litanei, wie sie 1724 in dem zur Kirche umgebauten Opernhaus am Taschenberg erklungen sein könnten. Im Juli 2021 konnte diese Aufnahme sehr kurzfristig mit dem Wrocław Baroque Orchestra und dessen Dirigenten Jarosław Thiel realisiert werden - ein Herzensprojekt aller Mitwirkenden. Diese internationale Zusammenarbeit in Zeiten der Pandemie gleicht einem kleinen Wunder! Ohne die großzügige Unterstützung des NFM (Nationales Forum für Musik Wrocław), der Klangwert Ensemble Förderung der Aventis Foundation und dem Label Accent wäre dies nicht möglich gewesen. Ein großes Glück und ein Lichtblick in diesen Zeiten. Die weltgewandte Barockmusik aus Dresden zeigt den modernen venezianischen Konzertstil mit klangvollen Chören, virtuosen Arien und Ensembles in abwechslungsreicher Besetzung, verbunden mit geistreich ausgearbeiteter Polyphonie des stile antico. Großartige Musik voller Eleganz und Lebendigkeit, kunstvoll gearbeitet, schwungvoll und fantasiereich, aber nie akademisch. Schon bald gibt es weitere Veröffentlichungen. Il Gusto Barocco: Mit dem Album „Suite & Concertos“ schlägt il Gusto Barocco in einer Solist:innen-Besetzung Basler Schule den Bogen über drei Jahrhunderte, indem der Geist der musikalischen Zusammenkünfte des Collegium Musicum unter der Leitung Bachs im Zimmermannschen Kaffeehaus in Leipzig in unsere heutige Zeit überführt wird. Bei aller musikalischen Expertise und allem Forscherdrang der Alte Musik-Spezialist:innen bezüglich der historisch informierten Aufführungspraxis bleibt dabei jedoch die Erkenntnis: Nicht alle Hintergründe lassen sich wiederherstellen, nicht alle Kontexte sind zu erschließen. Bachs Suite für Violoncello Nr. III bildet den Rahmen, in den die bunt zusammengestellten Solo- und Doppelkonzerte u.a. mit Geigerin Leila Schayegh eingepasst werden. Die Aufnahme entstand bei der Stuttgarter Festwoche Barock 2021, die das Ensemble alljährlich im September veranstaltet. Il Gusto Barocco, 2008 vom Dirigenten, Cembalisten und Organisten Jörg Halubek in Stuttgart gegründet, besteht aus führenden Virtuos:innen der jüngeren Generation. Die Mitglieder verbindet die Musiziertradition der Schola Cantorum Basiliensis. 2020 riefen die Alte Musik-Spezialist:innen eine neue Stuttgarter Barock-Reihe ins Leben. Zuletzt erschienen die erfolgreichen Einspielungen von Bachs Brandenburgische Konzerte (Berlin Classics) 2021, Claudio Monteverdis „Marienvesper“ (SWR 2/cpo) 2020, Johann David Heinichens „Flavio“ (Ersteinspielung SWR 2/cpo) 2019 und Giuseppe Antonio Brescianellos „Tisbe“ (SWR 2/cpo) 2015. Stellenangebot: Brecon Baroque sucht einen neuen Geschäftsführer. Debüt: Am 5. Februar 2022 feierte Ray Chenez am Janacek Opernhaus Brünn sein Rollendebüt als Ruggiero in Händel’s Alcina. Unter der musikalischen Leitung von Vaclav Luks und seinem Orchester Collegium 1704 und in der Regie von Jiri Herman wird Ray Chenez die Fachpartie des Ruggiero im Februar und März 2023 in Brünn singen. Im Mai 2022 gastiert die Alcina Produktion mit Ray Chenez als Ruggiero am Theatre de Caen und Ray Chenez wird mit Kollegen wie Karina Gauvin, Krystian Adam, Tomas Kral singen. Am 14. April 2022 debütierte Ray Chenez als Petrus in Hasse’s Oratorium Petrus et Maria Magdalena unter Rüdiger Lotter und seiner Hofkapelle München in der Kölner Philharmonie. Halle: Mit einem Feuerwerk an Veranstaltungen, von der großen Oper über das feierliche Oratorium bis hin zu genreübergreifenden Formaten feiern die Händel-Festspiele Halle vom 27. Mai bis 12. Juni 2022 ihre Gründungstage vor 100 Jahren. Eröffnet werden die Festspiele mit einer Neuproduktion der Oper „Orlando“, die 1922 als erste Händel-Oper in Halle den Abschluss des „Hallischen Händelfestes“ bildete. Zahlreiche weitere Opern, Oratorien und Konzerte machen die 17 Festivaltage zum Highlight für Barockfans. Abgerundet wird das Programm durch innovative und spannende Veranstaltungen, die alle musikalischen Grenzen von E und U sprengen. Viele bekannte Barockstars, darunter auch etliche Händel-Preisträgerinnen und - Preisträger vergangener Jahre, werden musikalisch das Jubiläum in Halle mitfeiern. Der diesjährige Händel-Preis wird im Rahmen der Festspiele an den verdienten Händelforscher Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann, der an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg lehrt und zugleich Präsident der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft ist, verliehen. Neben dem opulenten musikalischen Programm und einer exklusiven CD-Sonderedition lassen ein reich bebildertes Begleitbuch und die Jahresausstellung „Feuerwerk und Halleluja“ das Publikum in die umfangreiche Geschichte der Händel-Festspiele Halle eintauchen. Ein Festival am Puls der Zeit, gebaut auf Tradition. Der Vorverkauf startete am 11.02.2022. Mit 67 Haupt- und zahlreichen Begleitveranstaltungen in Halle und der Region garantieren die traditionsreichen Händel-Festspiele auch 2022 wieder ein ebenso abwechslungsreiches wie hochkarätig besetztes Programm. So erwartet das Publikum unter anderem eine Neuinszenierung des „Orlando“. Der neue Intendant der Oper Halle, der Brite Walter Sutcliffe, führt Regie, die musikalische Leitung liegt mit Christian Curnyn bei einem weiteren Briten. Der Bühnenkomponist Händel ist ebenso mit „Caio Fabbricio“ vertreten, einem virtuosen Pasticcio, das im historischen GoetheTheater Bad Lauchstädt die erste Wiederaufführung in der Neuzeit erleben wird. Und eine veritable Uraufführung gibt es sogar mit „Fernando, Re di Castiglia“ zu hören. Großgeschrieben wird auch weiterhin der Dialog zwischen den Kulturen und der Austausch mit musikalischen Idiomen jenseits des Barock. Wie der „Orlando“ sind auch zahlreiche Konzerte und Oratorien im Festspielkalender dramaturgisch von den Aufführungen des Jahres 1922 inspiriert, wobei die teilweise speziell für diesen Anlass rekonstruierten Programme nicht nur an den originalen Orten stattfinden, sondern auch dieselben Klangkörper oder deren heutige Nachfolger als Partner mit ins Boot geholt wurden. Ein freudiges Wiedersehen gibt es darüber hinaus mit zahlreichen Händel-Preisträgerinnen und - Preisträgern der vergangenen Jahre, die es sich nicht nehmen lassen, „ihren“ Festspielen zu gratulieren: Publikumslieblinge wie Jordi Savall, Philippe Jaroussky, Ragna Schirmer oder Romelia Lichtenstein, aber auch Countertenor Axel Köhler, der nach seinem Rückzug von der Bühne die Festspiele als Regisseur weiter begleitete. Für die Authentizität der Aufführungen sorgt in Halle nicht nur der „genius loci“, sondern auch zahlreiche renommierte Originalklang-Formationen, Stammgäste ebenso wie Debütantinnen und Debütanten – so unter anderem das Ensemble Divino Sospiro aus Portugal, das dem Publikum in Halle den „Messias“ in der Fassung von Wolfgang Amadeus Mozart vorstellt. NACHRICHTEN 4 TOCCATA - 119/2022 G.A.P. Ensemble

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