Toccata 03/2022

Dass Händels Musik auch im 21. Jahrhundert nichts von ihrer Faszination und Anziehungskraft verloren hat, zeigen begleitend dazu Projekte wie das beliebte „Bridges to Classics“-Open Air sowie Begegnungen mit der Jazz-Szene oder ein Poetry-Slam. Bis heute ist Händels Musik auch jenseits von Oper und Oratorium präsent. Eine internationale wissenschaftliche Konferenz beleuchtet die Händel-Renaissance, die ihn zum heute meistgespielten Barockkomponisten machte. Der Musikwissenschaftler, Musikhistoriker und Hochschullehrer Prof. Dr. Wolfgang Hirschmann erhält den Händel-Preis der Stadt Halle, vergeben durch die Stiftung Händel-Haus, 2022. Damit würdigt das Kuratorium der Stiftung Händel-Haus Prof. Hirschmanns vielfältige und hoch-engagierte Arbeit, mit der er seit über einem Jahrzehnt Maßstäbe und wichtige Akzente setzt, beispielsweise als einer von zwei Editionsleitern und als Mitglied des Editorial Boards der Hallischen Händel-Ausgabe. Mit einer Jahresausstellung unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten blickt die Stiftung Händel-Haus zurück auf die wechselvolle Geschichte der Händel-Festspiele in Halle. Schon 1922 durften die Feuerwerksmusik und das „Halleluja“ aus dem „Messias“ natürlich nicht fehlen; diese beiden Konstanten im Festspielprogramm gaben der Jahresausstellung 2022 ihren Titel. Die Jahresausstellung wurde am 23. Februar 2022 (Händels Geburtstag) eröffnet und ist bis zum 8. Januar 2023 zu sehen. Parallel zur großen Sonderausstellung wird ein repräsentatives und reich bebildertes Begleitbuch erscheinen, in dem nicht nur die Geschichte der Festspiele, sondern auch renommierte Persönlichkeiten zu Wort kommen werden, um ihrer Verbundenheit mit den Händel-Festspielen Ausdruck zu verleihen. Ergänzend gibt die Stiftung HändelHaus eine exklusive CD-Sonderedition mit Einspielungen aus den Jahren zwischen 1958 und 2008 heraus. Diese ist exklusiv im Museumsshop des HändelHauses zum Kauf erhältlich. Intendant Clemens Birnbaum freut sich auf das Jubiläumsprogramm: „Wir können 100 Jahre lebendige HändelGeschichte in Halle in einem großen Jubiläumsfestival vereinen, viele Wegbegleiter werden uns dabei aktiv unterstützen und ganz besonders freue ich mich, dass der Bundespräsident in seinem Schreiben den Händel-Festspielen eine erfolgreiche Jubiläumssaison und eine gute Zukunft wünscht. Danken möchte ich all jenen, mit deren Unterstützung wir mit unserem Publikum aus Nah und Fern ein solch großes Ereignis feiern können. Neben der Stadt Halle, dem Land SachsenAnhalt und dem Bund möchte ich stellvertretend Lotto Sachsen-Anhalt, die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Saalesparkasse hervorheben.“ Bürgermeister Egbert Geier hebt die große Bedeutung Händels für seine Stadt hervor: „Händel war und ist einer der bedeutendsten Hallenser. Seine Musik begeistert die Menschen weltweit und wir alle sind stolz und glücklich, in seiner Geburtsstadt mit einem der größten internationalen Festivals und dem wichtigsten in Sachsen-Anhalt sein Andenken hochhalten zu können.“ Dr. Jürgen Fox unterstützt die HändelFestspiele nicht nur als Mitglied des Kuratoriums der Stiftung HändelHaus: „Die Händel-Festspiele sind ein Besuchermagnet für Gäste aus aller Welt. Genauso stark ist die besondere Verbundenheit der Hallenserinnen und Hallenser mit ihren Festspielen. Als Vorstandsvorsitzender der Saalesparkasse freue ich mich, unsere langjährige Partnerschaft auch in diesem Jahr fortsetzen und gemeinsam mit der Ostdeutschen Sparkassenstiftung weiter aktiv zum Gelingen der HändelFestspiele Halle beitragen zu können.“ Preis: Den Preis der Deutschen Schallplattenkritk Bestenliste 1/2022 erhielten in der Kategorie Tasteninstrumente: Le Fier virtuose: Le clavecin de Louis XIII.. Werke von Etienne Moulinié, Charles Bocquet, Antoine Boësset, Louis Couperin, Claude Lejeune, Michael Praetorius, Guillaume Dumanoir, Jacques Champion de Chambonnières mit Arnaud De Pasquale, Cembalo. Château de Versailles Spectacles CVS 047, in der Kategorie Oper: Rameau: Platée mit Marcel Beekman, Jeanine De Bique, Cyril Auvity, Marc Mauillon, Edwin Crossley-Mercer, Emmanuelle de Negri, Padraic Rowan, Emilie Renard, Ilona Revolskaya, Arnold Schoenberg Chor, Les Arts Florissants, Ltg.: William Christie. harmonia mundi HAF 890.5349.50 (2 CD), in der Kategorie Chor und Vokalensemble: Josquin the Undead: Laments, deplorations and dances of death. Werke von Josquin Desprez. mit Graindelavoix, Ltg.: Björn Schmelzer. Glossa GCD P32117, in der Kategorie Alte Musik: Marais: Quatrième Livre de Pièces de Viole, 1717 mit François Joubert-Caillet, L’Achéron. Ricercar RIC 432 (4 CD). Innsbruck: Der 13. Internationale Cesti-Wettbewerb lockt von 23. bis 28.8.2022 in die Hauptstadt der Alpen. Die Innsbrucker Festwochen der Alten Musik laden ein zum größten Gesangswettbewerb für Barockoper! Bis 31.5.2022 können sich junge Sänger*innen aus aller Welt bewerben. Neben Preisgeldern (Jury-, Publikumspreis- und Nachwuchspreis) winken Engagements an renommierten Opern- und Konzerthäusern. www.altemusik.at/cesti. Tenebrae Consort: Das englische Tenebrae Consort wird im Frühjahr 23 die Bachmotetten auf CD aufnehmen. Aria Borealis Bodo: Eine neue Initiative erwächst aus der kreativen Zusammenarbeit zwischen dem kulturellen Zentrum Nordnorwegens und Ensembles der nordischen Barockszene in beeindruckender Naturlandschaft und der nie untergehenden Sonne des arktischen Hochsommers: Aria Borealis Bodø startet mit einer überzeugenden Mischung aus internationalem Gesangswettbewerb für Alte Musik, Festival und feierlicher Zusammenkunft der weltweiten Musikgemeinschaft (24. Juni – 2. Juli 2022). Musik und soziale Gemeinschaft wachsen in Bodø immer enger zusammen. Die kompakte Stadt, die sich nördlich des Polarkreises an der zerklüfteten Küste Norwegens befindet, bereitet den Start der ersten Ausgabe der alle zwei Jahre stattfindenden VerTOCCATA - 119/2022 NACHRICHTEN 5 Händel-Festspiele Halle: Bad Lauchstädt, Foto: Patricia Reese

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