Toccata 03/2022

anstaltung Aria Borealis Bodø vor. Sein innovatives Programm umfasst den Aria Borealis Bodø International Competition for Early Music Singers, ein begleitendes Festival für Alte Musik und Gelegenheiten für Musikliebhaber jeden Alters, das reiche Repertoire in Gesellschaft inspirierender Künstler aus den nordischen Ländern und darüber hinaus zu erkunden. Aria Borealis Bodø repräsentiert eine einzigartig neue Kombination aus Wettbewerb und Festival. Das frische Programmformat ergab sich aus der Absicht seiner Gründer, acht herausragende Wettbewerbsgewinner mit einem Ensemble historisch informierter Aufführungsspezialisten als gleichberechtigte Partner kammermusikalischer Aufführungen zusammenzubringen. Das Publikum kann den kreativen Prozess von den Proben bis zu den Konzerten verfolgen und im Verlauf der neuntägigen Veranstaltung mehr über die kollaborative Kunst der Interpretation erfahren. Der Wettbewerb, offen für Sängerinnen und Sänger, die 1985 oder später geboren wurden, hat im Januar mit einer digitalen Runde, an der sich über hundert Teilnehmer aus 39 Ländern beteiligten, begonnen. Acht Gewinner wurden von der renommierten Jury bestehend aus der britischen Sopranistin Dame Emma Kirkby, dem Cembalisten und künstlerischen Leiter des Concerto Copenhagen Lars Ulrik Mortensen, dem Theater an der Wien-Direktor Stefan Herheim, der finnischen Sopranistin Tuuli Lindeberg und dem schwedischen Tenor Anders J. Dahlin ausgewählt. www.ariaborealis.com/festival. Goebel: Im Jahr 2022 feiert der Geiger, Dirigent und Musikwissenschaftler Reinhard Goebel seinen 70sten Geburtstag. Goebel hat dem Hörer auch unbekannte und unerhörte Werke zugänglich gemacht: Seine HeinichenAufnahmen wurden mit internationalen Preisen ausgezeichnet, Rebel und Veracini zählen zu seinen echten Entdeckungen. Und mit dem Soundtrack zum Film "Le Roi dance" brachte er Ludwig XIV. das Tanzen mit viel Verve bei. Eine umfangreiche CD-Edition, die Ende Juli bei der Deutschen Grammophon erscheint, vereint erstmals das Gesamtwerk von Goebel und Musica Antiqua Köln auf 75 CDs, darunter mehrere CD-Premieren. Das 128-seitige Booklet enthält einen Essay von Martin Elste sowie ein neues Interview mit Goebel und viele unveröffentlichte Fotos, die das umfassende Porträt abrunden. Jiménez: Der in London lebende Barockgeiger Jorge Jiménez, Konzertmeister von L’Arpeggiata, Forma Antiqva, La Risonanza, The Hanover Band und der Capella Cracoviensis, hat unter dem Titel Insomnia Transkriptionnen der Goldbergvariationen von Bach für Violine solo eingespielt. La Petite Écurie: Das junge italienische Oboenensemble La Petite Écurie unter Valerie Colen hat sein „The Queen’s Favourites“-Programm für das Label Arcana aufgenommen. Die CD wird im April 2022 veröffentlicht. Brügge: Jan Van den Borre wird der neue künstlerische Leiter des MA Festivals. Jan Van den Borre ist in der Alten Musik-Szene als aktiver Musiker bekannt. Er musizierte u.a. mit dem Collegium Vocale Gent, Anima Eterna, und Vox Luminis. Er ist auch Intendant des Il Gardellino Orchestra. “MA Festival was my window into the world of early music. I came to Bruges to discover what I could only hear there. The most beautiful music played by the best musicians led me to a path that I have not left since. The festival is iconic, internationally renowned and loved, all whilst playing a leading role in the development of many young musicians. Bruges is a stage, a meeting place and a point of departure. I look forward to further developing the MA Festival as a festival, combining tradition and innovation with an open view on art and society. ” - Jan Van den Borre Siglo de Oro: Mit dem englischen Vokalensemble Siglo de Oro erscheint noch in diesem Jahr seine fünfte CD beim Label Delphian Records. Die CD unter dem Titel „The Mysterious Motet Book of 1539” Werke von Gombert, Arcadelt Willaert u.a., die bislang noch nicht aufgenommen wurden. Le Consort: Das französische Ensemble Le Consort wird 2023 eine CD mit englischer Musik von Purcell, Händel, Matteis, Matteis junior und Corbett aufnehmen. Die CD wird im Frühjahr 2024 veröffentlicht. Clematis: Das belgische Ensemble Clematis wird die 30 Sonaten für vier bis acht Instrumente mit einem basso continuo von David Pohle 2022 für das Label Ricercar einspielen. Die Veröffentlichung ist für das Jahr 2023 bestimmt. Clemencic: Am 8.3.2022 verstarb mt 94 Jahren der Cembalist, Flöten- und Clavichordvirtuose, Organist, Dirigent, Musikwissenschafter und Komponist Rene Clemencic. Rene Clemencic wurde am 27. Februar 1928 in Wien geboren. NAch dem BEsuch des Schottengymnaisum studierte er von 1947 bis 1956 Philosophie und Musikwissenschaft an der Universität Wien und an der Sorbonne in PAris. Im Jahr 1956 wurde er mit der Dissertation Sein und Bewusstsein bei Louis Lavelle an der Universität Wien promoviert. Clemencic studierte Blockflöte und Cembalo in Wien, den Niederlanden und Berlin. Im Jahr 1957 gründete er das Ensemble Musica Antiqua. 1968 gründete er ein neues Ensemble, das sich später Clemencic Consort nannte. Von 1996 bis 2005 betreute René Clemencic den Musica Antiqua-Zyklus des Wiener Musikvereins. Von Herbst 2005 bis Juni 2019 gab es im selben Haus einen eigenen Clemencic-Consort-Zyklus. Weit über 100 Schallplatten und CDs erschienen mit ihm als Solist und als Dirigent des Clemencic Consort und anderer Orchester. Weimar: Die spanische Barockviolinistin Lina Tur Bonet ist seit April 2022 neue Professorin für Barockvioline und Barockviola an der Hochschule für Musik Franz Liszt Weimar. Lina Tur Bonet gilt international als eine der vielseitigsten Violinistinnen ihrer Generation. Sie spielt ein umfangreiches Repertoire, das mehr als 400 Jahre Musik umfasst – und zwar immer auf den Originalinstrumenten der jeweiligen Zeit. Sie hat eine besondere Vorliebe für Kammermusik, Werke von Johann Sebastian Bach sowie unbekannte Werke berühmter Komponisten und die Aufführungspraxis bei den Violinisten jeder Epoche. Zu ihren Uraufführungen zählen unbekannte Werke von Matteis, Vivaldi und Brunetti. Doch auch zeitgenössische Komponisten wie José María SánchezVerdú, Mauricio Sotelo oder Josep Maria Guix haben Stücke für sie geschrieben. Sie wurde als Konzertmeisterin sowohl von Barock- als auch modernen Orchestern eingeladen, darunter Il Complesso Barocco, Orchester des Liceo de Barcelona, Clemencic Consort, Bach Consort Wien, Hofkapelle München, Orchester d’Auvergne und Orquesta Nacional de España. Sie spielte als Erste Violine mit Orchestern wie Les Musiciens du Louvre, Les Arts Florissants, Mahler Chamber Orchestra und dem Mozart Orchestra unter der Leitung von Dirigenten John Eliot Gardiner, Marc Minkowski, William Christie, Fabio Biondi, Kent Nagano, Reinhard Goebel und Teodor Currentzis. Regelmäßig tritt sie auch als Dirigentin in Erscheinung und leitet u.a. das Orchester des Montréal Festival, Jerusalem Baroque Orchestra, Camerata Villa Musica. Ihr Interesse an verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen veranlassten sie mit dem Wiener Kabinetttheater Wien und mit dem Dichter Antonio Colinas zusammenzuarbeiten – sowie auch zu Projekten im Bereich Video und Performance. Lina Tur Bonet ist Gründerin und Direktorin des „MUSIca ALcheMIca“-Ensembles. MUSIca ALcheMIca gastierte u.a. in Japan, Deutschland, Russland, Spanien, Österreich, Bolivien, Chile, Peru und Panama. Lina Tur Bonet erhielt schon früh ihre ersten Musikstunden bei ihrem Vater Antonio Tur. Sie studierte Violine an den Musikhochschulen Freiburg und Wien. Als Studentin erhielt sie zahlreiche Stipendien, u.a. von der Alexander von Humboldt-Stiftung, der Villa Musica Mainz sowie der österreichischen OeAD und gewann internationale Preise wie z.B. beim Premio Bonporti. Als gesuchte Pädagogin innerhalb und außerhalb Spaniens hatte sie von 2005 bis 2016 den Lehrstuhl für Violine am Konservatorium für Musik in Zaragoza inne und unterrichtete zuletzt am Escuela Reina Sofia in Madrid und an der ESMUC in Barcelona. Weitere Informationen: www.linaturbonet.com www.hfm-weimar.de Debüt-Album: Das Debüt-CD-Album des Ensembles Musica Colorata, Berlin wird im Sommer beim Label Urania veröffentlicht. Les Muffatti: Das Brüsseler Barockorchester Les Muffatti wird beim Label Ramée das Tripelkonzert, das 5. Brandenburgische Konzert und die Suite hmoll von Bach einspielen. Die Solisten sind Frank Theuns, Traversflöte, Sophie NACHRICHTEN 6 TOCCATA - 119/2022 Jan Van den Borre, Foto: Erika RoDrottningholm Baroque Ensemble René Clemencic

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