Toccata 03/2022

TOCCATA - 119/2022 Gent, Violine und Bertrand Cuiller, Cembalo. Die CD wird im März 2024 veröffentlicht. Göttingen: Mit Neue Horizonte, so das Motto der diesjährigen, Internationalen Händel-Festspiele Göttingen vom 12.–22.5., übernimmt George Petrou die Künstlerische Leitung der niedersächsischen Institution für Alte Musik. Auf der Pressekonferenz verriet er an der Seite des Geschäftsführenden Intendanten Jochen Schäfsmeier sein Programm für das Jahr eins nach dem hundertjährigen Festspieljubiläum. Auf bewährte und beliebte Traditionen muss, dem Festspielmotto zum Trotz, niemand verzichten – weder auf kochkarätige Konzerte mit herausragenden Künstler:innen noch auf die Festspieloper. Im Gegenteil fällt mit Giulio Cesare in Egitto (HWV 17) dieses Jahr die Wahl auf eines der bekanntesten und beliebtesten Bühnenwerke Händels. Hundert Jahre, nachdem Oskar Hagen das Meisterwerk wiederentdeckte, holt George Petrou es als Dirigent und Regisseur in Personalunion zurück nach Göttingen – in einer Koproduktion mit der Nederlandse Reisopera. Mit Yuriy Mynenko in der Titelrolle und Sophie Junker als Kleopatra erlebt das Publikum zwei herausragende Händel-Stimmen. Einschließlich Public Screening am 20.5. und Familienfassung am 22.5. geht die Oper in selten üppiger Ausstattung acht Mal über die Bühne; Premiere ist am 13.5.Tags zuvor wird George Petrou die Göttinger Händel-Festspiele mit deren Aushängeschild eröffnen, dem FestspielOrchester Göttingen (FOG). Zu Gehör kommen vier Concerti grossi aus op. 3 und die titelgebende Kantate Aminta e Fillide (HWV 83). International erstklassig geht es am 14.5. mit dem Händel-Oratorium Belshazzar (HWV 61) unter der Mitwirkung von Concerto Köln nebst NDR Vokalensemble und unter dem Dirigat von Václav Luks weiter. Mit Julia Lezhneva ist im Galakonzert am 19.5. ein aktueller Szene-Star zu erleben; in Gestalt von Jeanine de Bique, Bruno de Sá, Erik Bosgraaf und Dmitry Sinkovsky folgen weitere dem Ruf nach Niedersachsen. Die Stars von morgen präsentieren die Göttinger Händel-Festspiele u. a. mit Cembaless, I Zefirelli und L’Apothéose, allesamt Ensembles des Eeemerging+-Programms der Europäischen Union. Events wie Händel goes Tinder, Händel jazzt! Peel me a grape oder Händel & Hendrix (mit dem B’Rock Orchestra unter der Leitung von Dorothee Oberlinger) zeigen, wie aktuell Alte Musik tatsächlich ist.Internationale Händel-Festspiele Göttingen, Hainholzweg 3, 37085 GöttingenPressereferent: Patrick Walter; Tel: 0551-38 48 13 26; E-Mail: presse@haendel-festspiele.de Mit über 50 Veranstaltungen an 26 Spielorten knüpfen die Festspiele schon rein quantitativ an „alte Größe“ an; um die Lust auf Kultur nach mehr als zweijähriger Einschränkung wieder zu beleben, kommen Formate wie Good Morning, George!, Lunchkonzert und Café Georgedirekt zu den Menschen in Stadt und Region – die ersten beiden sogar kostenlos. „Göttingen gehört für anderthalb Maiwochen fest in Händel-Hand“, bekräftigt Petrou, „was liegt da näher, als an diesen Tagen seine Musik rund um die Uhr erklingen zu lassen?“ Erweitert wird auch die göttingen händel competition um den Sonderpreis ‚Musik und Raum‘, mit dem der Zuschnitt des Vortrags auf einen neuen Konzertort in der Region prämiert wird. Ensembles und Publikum lernen auf diese Weise Spielstätten im Landkreis und Südniedersachsen unter völlig neuem Blickwinkel kennen.Dieses Zusammenspiel aus Innovation und Tradition bringt ebenfalls frischen Wind in die Konzertreihe „Händel 4 Kids!“: Bekannte Formate wie etwa der Sing Along-Gottesdienst und das Theaterstück Händels Hamster werden ergänzt durch Der rollende Georg, eine mobile Bühne auf einem LKW. An gleich vier unterschiedlichen Orten kann so die spannende Detektivgeschichte um ein verschwundenes Stück Musik für Kinder und Jugendliche angeboten werden.Besonders freuen Petrou und Schäfsmeier sich auf den Audiowalk, einen digitalen Konzertraum, der auf dem Göttinger Wall aufgebaut wird. Über einen QRCode wird an acht Stationen die Handlung der diesjährigen Festspieloper Giulio Cesare von Kindern für Kinder erzählt. Dieses ambitionierte Projekt bildet den Auftakt zu einer anderthalbjährigen Zusammenarbeit mit der Albanischule Göttingen, die dann bei den Festspielen 2023 in einer eigenen Produktion gipfeln soll.Der öffentliche Vorverkauf startet am Donnerstag, 24.3.2022; die begehrten Tickets gibt es dann auf der – ebenfalls heute relaunchten – FestspielWebsite www.hndl.de, außerdem beim GT Ticketservice (Wiesenstraße 1), der Tourist Information Göttingen (Markt 8) und im Deutschen Theater Göttingen (Theaterplatz 11).Neue Horizonte vom 12.–22.5.2022Tickets ab 24.3. auf www.hndl.de Potsdam: Seit die Menschheit die Meere befährt, beschäftigen Inseln ihre Fantasie: Vom 10.-26. Juni 2022 erzählen die Musikfestspiele Potsdam Sanssouci von paradiesischen Eilanden, mythischen und literarischen Sehnsuchtszielen, aber auch von malerischen Rückzugsorten und der Isolation. Ausgehend von der Potsdamer Stadtinsel führen sie ihre Besucher vom Mittelmeer über die Karibik bis in die Südsee. Nach mehr als 250 Jahren feiert am 12. Juni Giuseppe Scarlattis komische Oper “I portentosi effetti de la Madre Natura” ihre Erstaufführung im Schlosstheater des Neuen Palais. Festspielintendantin Dorothee Oberlinger leitet das Ensemble 1700, die Inszenierung verantwortet der französische Filmregisseur Emmanuel Mouret. Die Scarlatti-Produktion und vier weitere Opern bilden das MusiktheaterArchipel im Festspielprogramm: Auch Carlo Pallavicinos “Insel” der Amazonen” (1679) wird als moderne Erstaufführung nach 350 Jahren im Schlosstheater erstmals zu erleben sein; Christophe Rousset leitet sein Ensemble Les Talens Lyriques (15./26.6.). Der Berliner Kapellmeister Johann Friedrich Reichardt verwandelte 1789 Shakespeares “Sturm” zu einer Zauberoper; Hermann Max dirigiert Solisten, die Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert in dieser konzertanten Produktion im Schlosstheater (18./19.6.). Den Höhepunkt eines Erlebnistages auf der Pfaueninsel bildet Giovanni Battista Pergolesis Kurzoper “Il Ciarlatano”, aufgeführt durch die Art House 17 Company (18.6.); die Entdeckungsfahrt des Festspielprogramms beschließt Henry Purcells »Indian Queen«, kubanisch befeuert durch das Ensemble Ars Longa de la Habana (Kuba), im furiosen Abschluss-Open-Air (26.6.). Zwei Wochen lang bringen Konzerte und Führungen – darunter ein großes Open-Air am Alten Markt, ein Paddelkonzert, ein Konzert mit Bootsshuttle – die Schlösser und Gärten von PotsNACHRICHTEN 7 Lina Tur Bonet, Foto: Michal Novak Los Temperamentos, Foto: , Foto: Marco Moog bei den Musikfestspielen Potsdam Sansscouci

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