Toccata 03/2022

NACHRICHTEN 8 TOCCATA - 119/2022 dam-Sanssouci zum Klingen. Das 11. Fahrradkonzert wagt eine Umrundung der gesamten Insel Potsdam und lädt erfahrene Radler und junge Sportskanonen dazu ein, die Stadt entlang ihrer 14 Brücken und Eilande zu erkunden. Zahlreiche Stars setzen 2022 bei den Musikfestspielen die Segel zu neuen Ufern der Alten Musik, darunter Les Arts Florissants mit Paul Agnew, Ann Hallenberg, Sophie Juncker und Christophe Dumeaux mit dem Ensemble Il Pomo d’Oro, Hana Blažíková und Les Passions de L‘Âme, das Huelgas Ensemble und Paul van Nevel, L’Arlequin Philosophe und Pedro Memelsdorff, sowie von der spanischen Halbinsel Al Ayre Espanol und Eduardo López Banzo, das Euskal Barrokensemble und Enrique Solinís, L’Apothéose mit Lucía Caihuela und das Orquesta Barroca de Sevilla. Informationen und Karten: Tel: +49 (331) 28 888 28. www.musikfestspiele-potsdam.de Preis: Die unabhängige Kritiker-Jury des Preises der deutschen Schallplattenkritik vergibt jährlich Ehrenpreise an herausragende Persönlichkeiten, die sich als Interpreten, Künstler oder Produzenten um die Musikaufzeichnung auf Ton- und Bildtonträgern besonders verdient gemacht haben. In diesem Jahr wird William Christie ausgezeichnet, der Amerikaner in Paris, der Weltbotschafter der französischen Kultur, der wie kein anderer für die Wiederentdeckung der französischen Barockoper steht. Haydn: La Chapelle Rhénane unter Benoit Haller hat zusammen mit dem Ensemble Quatuor 1781, geleitet von der Geigerin Guillaume Humbrecht, “Die sieben letzten Worte” von Haydn eingespielt. die CD wird Ende des Jahres veröffentlicht. Siglo de Oro: Das englische Vokalensemble Siglo de Oro plant eine neue CD bei Delphian Records mit zwölf Renaissancemotetten, die bisher noch nicht auf CD erschienen sind. Die CD beinhaltet eine vergessene Sammlung aus den 1530er Jahren. Die Sammlung wurde im katholischen Mailand zusammengestellt und im protestantischen Strasbourg veröffentlicht. Es enthält Werke bekannter Komponisten wie Nicolas Gombert und Jacques Arcadelt, aber auch von unbekannten Komponisten wie Pierre Cadéac und Simon de Ferrariensis. Das Ensemble ruft zu Spenden für diese Aufnahmen auf. Spender können neben anderen Vorteilen die Aufnahme auf Spotify u.a. streamen: https://www.crowdfunder.co.uk/.../h elp-fund-siglo-de-oros... Leizpig: Jeder erste Dienstag des Monats ist im Bach-Museum Leipzig eintrittsfrei. Um 15 Uhr wird eine kostenlose öffentliche Führung angeboten — zu Themen, die auf unser Leipziger Publikum zugeschnitten sind. Anders als die Überblicksführungen für Touristen werden an jedem 1. Dienstag Führungen für die ganze Familie oder spezielle Themen zur Bachfamilie, zu deren Frauen, Bachs Klangwelten, Passionen und vielem mehr angeboten. Von Mai bis Oktober 2022 werden diese ergänzt durch Führungen und Konzerte zur kommenden Sonderausstellung »Von Schütz zu Bach«. Bayl: Benjamin Bayl dirigierte im März an der Oper Budapest Purcells Semi-Oper The Fairy Queen. Kommende Highlights in Benjamin Bayl’s Kalender 2022 sind die nach fast 400 Jahren wiederentdeckte Bononcini Oper Griselda am 30. April 2022 im Narodowe Forum Muzyki in Breslau und am 18. September 2022 im Markgräflichen Opernhaus Bayreuth im Rahmen des Bayreuth Baroque Opera Festivals 2022, Ariodante in der Sommeropernproduktion in San Diego, Platee im Herbst 2022 an der Staatsoper Stuttgart, sowie Konzerte in der Zeneakademie Budapest, am Theater Aachen, im Radiokulturhaus Bratislava, in Canberra (Mai 2022), Sydney und Melbourne (beide im Juni 2022), MüPa Budapest, und Auckland. Stuttgart: 2022 steht die Stuttgarter Festwoche Barock (4. bis 11. September) im Zeichen des „französischen Geschmacks“ – das Barockorchester il Gusto Barocco unter der Leitung von Jörg Halubek geht vom 4. bis 11. September der Stuttgarter Musikkultur um 1700 nach. Die 1699/1700 in Stuttgart uraufgeführte Oper „Adonis“ von Johann Sigismund Kusser wird erstmals wieder ganz gespielt, vergessene Werke von französischen Komponistinnen zur selben Zeit werden wiederentdeckt. Nicht fehlen darf auch in diesem Jahr eine Orgelexkursion sowie ein programmatisch spannendes Kammerkonzert, das sich Bachs „Caffe-HaußMusik“ widmet. In Gesprächsrunde, Führung und vielerlei digitalen Formaten ermöglichen Musiker*innen und Wissenschaftler*innen dem Publikum darüber hinaus einen Blick in das Stuttgarter Musikleben um 1700. Die Stuttgarter Festwoche Barock eröffnet am 4.9. gleich mit dem Highlight der Wiederentdeckung der 1699/1700 in Stuttgart uraufgeführten Oper „Adonis“ von Johann Sigismund Kusser. Die bekannte Liebesgeschichte von Venus und Adonis avancierte im 17. und 18. Jahrhundert zum populären Opernstoff. Dieser Thematik nahm sich Kusser an, der 1699 in Stuttgarter von Herzog Eberhardt Ludwig als Operndirektor und Hofkapellmeister nach sechsjähriger Lehrzeit bei Jean-Baptiste Lully und Stationen in den bedeutendsten Opernzentren wie Hamburg und London installiert wurde, und führte sie in Stuttgart auf. Vor gut zehn Jahren legte die renommierte Musikwissenschaftlerin Samantha Owens die Rekonstruktion der Barockoper vor. Seitdem nur in kürzeren Ausschnitten gespielt, setzt sie nun nach Brescianellos „Tisbe“, Heinichens „Flavio“, Telemanns Händeladaptionen „Celofida“ und „Muzio Scevola“ die Reihe bedeutender OpernEntdeckungen von Il Gusto Barocco fort. Am 5.9. und 8.9. nehmen die beiden Veranstaltungen Think Tank I und II das Thema „Stuttgarter Musikleben um 1700“ auf. Im Gespräch (5.9) beleuchten die Rekonstrukteurin der Oper Prof. Dr. Samantha Owens (Wellington, Neuseeland), Prof. em. Dr. Herbert Schneider (Mainz) und Dr. Ute Becker (Württembergische Landesbibliothek) den Entstehungskontext der Oper „Adonis“. Mit einer musikalischen Führung unter dem Motto „In voller Pracht“ im Württembergischen Landesmuseum (8.9.) veranschaulicht Dr. Birgit Wüller das Leben im „irdisches Paradies“ Stuttgart. gustoCANTATA am 9.9. wirft Schlaglichter auf das Komponieren von Frauen, denen es trotz aller Verbote und sozialgeschichtlichen Verdikte gelang am Musikleben teilzuhaben. Das noch weitgehend unbekannte Repertoire der Barock-Komponistinnen soll zukünftig im Programm der Festwoche Barock seinen festen Platz finden. Die obligatorische Orgelexkursion mit Jörg Halubek führt dieses Jahr am 10.9. in die Evangelische Stadtkirche in Giengen an der Brenz und in die Abteikirche in Kloster Neresheim. Auch hier werden der „französische Geschmack“ und sein Einfluss auf das Musikleben erlebbar. Den krönenden Abschluss der Stuttgarter Festwoche Barock bildet das Konzert „Bach im Caffe-Hauß“. Il Gusto Barocco widmet sich einer womöglich verschollenen Gattung im weltlichen Bach-Werk. Als genuine Solokonzerte für Tasteninstrumente sind nur die Cembalokonzerte erhalten, einzelne Sinfonie-Sätze mit konzertierender Orgel gibt es jedoch in einzelnen Kantaten aus Bachs Leipziger Zeit. In diesem Sinne haben il Gusto barocco und Jörg Halubek zwei Cembalokonzerte eigens für dieses Programm als Orgelkonzerte rekonstruiert. Wie 2021 wird es auch 2022 ein digitales Foyer geben mit Konzerteinführungen in unterschiedlichsten Formaten und Wissenswertem zum und rund um das diesjährige Programm. www.ilgustobarocco.de/festwoche Schwäbisch Gmünd: Der Traum gemeinsamer Kulturen, Geschichten, Werte und Ziele steht für das Motto „Vision Europa“ des 34. Festivals Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd: Vom 14. Juli bis 7. August bieten herausragende Interpreten und junge Entdeckungen aus ganz Europa grenzüberschreitende Musik-Erlebnisse. Das Festival Europäische Kirchenmusik wird durch den Südwestrundfunk (SWR2) und durch sympathische Aktionen des FestivalFreundeskreises begleitet. Einen himmlischen Festival-Auftakt versprechen der Star-Countertenor Philippe Jaroussky, Sopranistin Céline Scheen und das Ensemble L’Arpeggiata von Christina Pluhar mit kostbaren Perlen des Frühbarock am Donnerstag, 14. Juli, in der Augustinuskirche. Zur internationalen Spitze exquisiter Chorkultur zählt der Kammerchor Stuttgart unter Frieder Bernius. Das Ensemble gastiert am Mittwoch, 20. Juli, mit der 16-stimmigen Messe von Carl Friedrich Christian Fasch und Mahler-Bearbeitungen von Clytus Gottwald in der Augustinuskirche. Ein weiterer Höhepunkt des Festivals folgt am Donnerstag, 21. Juli, im Münster: Mit dem Dresdner Kreuzchor ist es gelungen, einen der weltweit besten Knabenchöre einzuladen. Kreuzkantor Roderich Kreile hat geistliche Chormusik aus verschiedenen Epochen und Regionen Europas um die Bach-Motette „Komm, Jesu, komm“ im Gepäck. Den Auftakt der etablierten Orgel-Recitals auf der große Klais-Orgel im Münster macht am Freitag, 22. Juli, der Hamburger Organist Wolfgang Zerer mit Werken von Bruhns, Schumann, Vivaldi, Ligeti und Franck. Der erste Ausflug ins Umland, in die herrlich gelegene Wallfahrtskirche Hohenstadt, widmet sich am Sonntag, 24. Juli, Georg Friedrich Händels Muse: „La Francesina“ – Arien aus Händels Opern mit der belgischen Sopranistin Sophie Junker und dem preisgekrönten Barockensemble „Le Concert de l’Hostel Dieu“. Johann Sebastian Bachs berühmte Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ erklingt mit der gefeierten Sopranistin Johanna Pommranz und dem Barockensemble Consortium Consonans unter Bezirkskantor Thomas Brückmann im Gemeindegottesdienst am Sonntag, 31. Juli, in der Augustinuskirche, und nachmittags geht es mit dem Sollazzo Ensemble und Liebes-Obsessionen der Ars Nova in eines der eindrucksvollsten Denkmäler Süddeutschlands: Im Kloster Lorch zeigen die an der Schola Cantorum Basiliensis professionell ausgebildeten Newcomer, dass es im Mittelalter musikalisch alles andere als langweilig zuging. www.kirchenmusik-festival.de. Rheinsberg: Bei den diesjährigen Osterfestspielen in Rheinsberg kam eine Kostbarkeit der Barockoper erstmals seit Generationen wieder im norddeutschen Raum auf die Bühne des Schlosstheaters: „Semele“ von Johann Adolf Hasse am 15. und 17. April

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