Toccata 04/2022

konnte die einzigartige Sammlung des Hauses erfolgreich erweitert werden; sie ist mittlerweile ein Magnet für Wissenschaftler:innen und Musiker:innen aus aller Welt. Ich freue mich, dass sich mit der in Leipzig entstandenen Triosonate nun auch eine seltene originale Handschrift des jungen Carl Philipp Emanuel Bach in diese Sammlung einreiht.« Das Bach-Archiv Leipzig versteht sich als musikalisches Kompetenzzentrum am Hauptwirkungsort Johann Sebastian Bachs. Sein Zweck ist, Leben, Werk und Wirkungsgeschichte des Komponisten und der weit verzweigten Musikerfamilie Bach zu erforschen, sein Erbe zu bewahren und als Bildungsgut zu vermitteln. Im Bewusstsein der Bedeutung Bachs erfüllt es im historischen Bosehaus am Thomaskirchhof einen umfassenden und vielfältigen Auftrag für eine breite internationale Öffentlichkeit. Zugleich leistet es damit einen Beitrag zur Profilierung der Musikstadt Leipzig, deren kulturelle Identität der Name Bach maßgeblich prägt. Das Bach-Archiv ist Mitglied der Konferenz Nationaler Kultureinrichtungen und gehört zu Deutschlands »Kulturellen Leuchttürmen«. Es zählt laut einer von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien erstellten Studie zu den »wichtigsten gesamtstaatlich bedeutsamen Kultureinrichtungen« in den neuen Bundesländern. www.bach-leipzig.de Ausseer Barocktage: Seit ihrer Gründung haben sich die Ausseer Barocktage einen festen Platz in der Kulturszene des Ausseerlandes gesichert und finden nach einem Jahr Pause im August 2022 zum siebten Mal statt. Die künstlerische Leitung übernimmt 2022 erneut die Flötistin Sabrina Frey, die Organisation betreut Dr. Verena Frey. Auch dieses Jahr werden musikalische Höhepunkte die Zuhörer wieder in eine andere Welt mit pulsierenden Klängen und zauberhaften Melodien entführen. Vom 5. - 7. August 2022 finden drei ganz unterschiedliche hochkarätige Konzerte in den schönen Kirchen des Ausseerlandes statt. Für das erste, große Konzert am 5. August konnte ein internationaler Star der Barockmusikszene und außerordentlicher Künstler auf der Violine, Enrico Onofri, mit seinem Ensemble Imaginarium gewonnen werden. Sein Programm "Into Nature" wird mit Barockmusik von Komponisten verschiedener Epochen, die der Natur, ihren Klängen und ihrem Einfluss auf den Menschen gewidmet ist, begeistern - ein Programm, welches seinesgleichen sucht und weltweit Preise sowie höchstes Lob gewonnen hat! 20h Stadtpfarrkirche St. Paul Bad Aussee. Am 6. August wird ein intimes Kammermusikkonzert mit drei Musikern in einer der ältesten und stimmungsvollsten Kirchen des Ausseerlandes gespielt. Die weichen Klänge von Sabrina Frey’s Flöten verschmelzen mit den inspirierten und spontan interpretierten Linien des italienischen Cembalos von Luca Quintavalle. Alessandro Palmeri wird das Konzert mit den Klängen seines historischen Barockcellos des 17. Jahrhunderts bereichern. Unter dem Titel "Un Viaggio Musicale" werden auf erfrischende Art Sonaten von Scarlatti, Ferronati, Telemann und Zeitgenossen dargeboten. 18h Spitalkirche am Meranplatz, Bad Aussee Den Abschluss des Festivals am 7. August bildet das beliebte CrossoverKonzert mit den Multi-Instrumentalisten Klemens Bittmann und Georg Gratzer. In ihrem Programm "Telemannia" – Jazz meets Telemann - spannen sie den Bogen von dem "Popstar des Barock" hin zu freiem Jazz, Filmmusik, Eigenkompositionen und Musik mit volkstraditionellen Elementen. Mit den beiden weithin bekannten Ausnahmekünstlern werden die Fetzen fliegen! 18h Pfarrkirche Herz Jesu Grundlsee. Nähere Information unter www.ausseerbaocktage.com, Karten unter tickets@ausseerbarocktage.com oder Mo.-Fr. unter der Tickethotline +43 660 171 3778. Online unter https://kultur.ausseerland.at und in allen Infobüros des Ausseerlandes +43 3622 523 23. Ein Abonnement für alle drei Konzerte kann unter der Ticket Hotline für € 110, Jugend bis 20 Jahre € 65 erworben werden Griselda: Die von Max Emanuel Cencic wiederentdeckte Oper Griselda, Oper in 3 Akten von Giovanni Bononcini ist eine Welterstaufführung seit 1733 mit Texten von Paolo Antonio Rolli, und neu komponierten Rezitativen von Dragan Karolic. Die von Max Emanuel Cencic wiederentdeckte Oper wurde im April 2022 im Konzerthaus Breslau, und wird am Sonntag, den 18. September 2022, 15 Uhr, im Markgräfliches Opernhaus im Rahmen von Bayreuth Baroque gezeigt. Die musikalische Leitung liegt in den Händen von M° Benjamin Bayl, der mit dieser Oper sein Bayreuth Debüt geben wird. Die Titelpartie wird alternierend von den Kontraaltistinnen Wanda Franka in Breslau und Sonja Runje in Bayreuth gesungen. Ausgewiesene Barockspezialisten stehen für die 4 anderen Partien zur Verfügung. Star-Countertenor Max Emanuel Cencic feiert in diesem Kalenderjahr sein 40-jähriges Bühnenjubiläum, und stellt in seinem Jubiläumsjahr neben Griselda, mit Alessandro nell’Indie (von Leonardo Vinci) und Il Venceslao (von Antonio Caldara) noch zwei weitere Welterstaufführungen vor. In der Griselda übernimmt Max die Partie des Gualtiero. Der blutjunge, erst 21-jährige, aus Honduras stammende männliche Sopranist, Dennis Orellana ist mit der Rolle des Ernesto die zweite Engelsstimme. Die junge österreichische Sopranistin, Johanna Rosa Falkinger, ist als Almirena, und das junge serbische, in Wien lebende Bassbariton Sreten Manojlovic interpretiert die Partie des Rembaldo. Es musiziert das Wroclaw Baroque Orchestra. Dafne: Ende 2018 hörte Michael Stüve von der Wiederentdeckung eines wichtigen Manuskripts, einem frühen Entwurf der ‘Dafne’ Ottavio Rinuccinis in 212 Versen, der später auf 445 Verse erweitert und in der Vertonung durch Jacopo Peri aufgeführt wurde. Diese Aufführung fand einige Jahre vor jener der Oper ‘Euridice’ 1600 aus Anlaß der Hochzeit per procura der Maria de’ Medici mit Heinrich IV von Frankreich statt. Peris Musik der ‘Dafne’ in 445 Versen ist verloren, nur das Textbuch hat sich erhalten und sechs kleine Kompositionen: drei Canzonette, zwei Madrigale und eine ottava rima, die sich in Bibliotheken in Florenz und Brüssel erhalten haben. In zwei von ihnen ist Jacopo Corsi als Komponist genannt, die andern sind bestimmt von Peri, der in jenen Jahren eng mit Corsi und Rinuccini zusammenarbeitete. Die Texte von zwei dieser auskomponierten Stücke stimmen allerdings nicht mit jener ‘Dafne’ der 445 Verse überein, während sie alle mit der kürzeren Version übereinstimmen, die nun kürzlich – nach 500 Jahren – wiederaufgetaucht ist. Francesca Fantappié hat das Manuskript im Nationalarchiv in Florenz entdeckt. Nachdem durch diesen Fund vermutlich der allereste Entwurf einer Oper in der Musikgeschichte zum Vorschein gekommen und etwa 30% der ursprünglichen Vertonung erhalten ist, wurde Michael Stüve gefragt, ob er nicht die restlichen Teile musikalisch vervollständigen könnte. Die Arbeit Ende 2018 hörte ich von der Wiederentdeckung eines wichtigen Manuskripts, einem frühen Entwurf der ‘Dafne’ Ottavio Rinuccinis in 212 Versen, der später auf 445 Verse erweitert und in der Vertonung durch Jacopo Peri aufgeführt wurde. Diese Aufführung fand einige Jahre vor jener der Oper ‘Euridice’ 1600 aus Anlaß der Hochzeit per procura der Maria de’ Medici mit Heinrich IV von Frankreich statt. Peris Musik der ‘Dafne’ in 445 Versen ist verloren, nur das Textbuch hat sich erhalten und sechs kleine Kompositionen: drei Canzonette, zwei Madrigale und eine ottava rima, die sich in Bibliotheken in Florenz und Brüssel erhalten haben. In zwei von ihnen ist Jacopo Corsi als Komponist genannt, die andern sind bestimmt von Peri, der in jenen Jahren eng mit Corsi und Rinuccini zusammenarbeitete. Die Texte von zwei dieser auskomponierten Stücke stimmen allerdings nicht mit jener ‘Dafne’ der 445 Verse überein, während sie alle mit der kürzeren Version übereinstimmen, die nun kürzlich – nach 500 Jahren – wiederaufgetaucht ist. Francesca Fantappié hat das Manuskript im Nationalarchiv in Florenz entdeckt. Nachdem durch diesen Fund vermutlich der allereste Entwurf einer Oper in der Musikgeschichte zum Vorschein gekommen und etwa 30% der ursprünglichen Vertonung erhalten ist, wurde Michael Stüve gefragt, ob er nicht die restlichen Teile musikalisch vervollständigen könnte. Michael Stüve beendete die Arbeit gerade noch rechtzeitig vor der geplanten AufTOCCATA - 120/2022 NACHRICHTEN 5 Enrico Onofri & Imaginarium bei den Ausseer Barocktagen 2022, Foto: Enrico De Luigi, Berrtrrand Pichène

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