Toccata 04/2022

führung, die am 12. April 2019 im Rahmen einer internationalen Konferenz über ‘Patrician Families and the Financing of Culture in Florence circa 1600’, die vom Institut Lorenzo de’ Medici und der Universität Florenz organisiert wurde, stattfand. Hier einige Auszüge: https://drive.google.com/file/d/1EOHaDZZrN1Z84QERqj19dffZ_hkvMK2l/ view?usp=sharing&ts=626e9c57 Akademie 2022: Vom 12. bis 17. September 2022 findet die 2. Akademie von Les Passions de l’Âme unter dem Motto «Übung macht Meister:innen» statt. Die Akademie in historisch informierter Aufführungspraxis mit Dozent:innen aus dem Orchester und mit dem Sänger Jonathan Sells richtet sich 2022 an Instrumentalist:innen und Chorsänger:innen: jüngere, ältere und zeitlose Amateur:innen, Studierende und Profis. Barockinstrumente erwünscht, Spieler:innen auf modernem Instrumentarium sind auch herzlich willkommen. Preis: Der französische Countertenor Philippe Jaroussky erhält den Musikfest-Preis Bremen 2022. Mit dem undotierten Preis zeichnet das Festival seit 1998 jährlich bedeutende Solisten, Ensembles, Orchester und Dirigenten aus, die durch ihr herausragendes künstlerisches Wirken in der internationalen Musikwelt eigenständige Akzente gesetzt und das Profil des Musikfests entscheidend mitgeprägt haben. Preisträger vergangener Jahre waren unter anderem Nikolaus Harnoncourt, Sir Roger Norrington, Marc Minkowski, Anne Sofie von Otter, Hélène Grimaud, Janine Jansen, Rolando Villazón, Jérémie Rhorer, Teodor Currentzis und zuletzt Philippe Herreweghe. Philippe Jaroussky, geboren 1978 in Maisons-Laffitte bei Paris, studierte zunächst nach der Schule Violine, Klavier und Komposition an den Regionalkonservatorien von Versailles und Boulogne-Billancourt. Von seiner stimmlichen Begabung erfuhr er erst mit 18 Jahren durch einen Zufall, als er die Gesanglehrerin Nicole Fallien kennenlernte. Nach nur drei Jahren Gesangsausbildung feierte er mit gerade einmal Anfang Zwanzig bereits seinen Durchbruch! Neben der kontinuierlichen Zusammenarbeit mit renommierten Alte-Musik-Ensembles wie Le Concert d’Astrée, L’Arpeggiata, I Barocchisti, Ensemble Matheus oder Europa Galante, realisiert Philippe Jaroussky seit 2002 vor allem auch mit dem von ihm mitbegründeten Ensemble Artaserse viele seiner sorgfältig zusammengestellten Konzertprogramme und CD-Einspielungen. Nicht zuletzt durch die Auszeichnung im Jahr 2008 mit einem ECHO Klassik als „Sänger des Jahres“ – als erster Countertenor in der Geschichte dieses Preises – hat er hierzulande wie kaum ein Zweiter die hohe Stimmlage weit über die Grenzen der Alten Musik hinaus bekannt gemacht und sich als eine der bedeutendsten Sängerpersönlichkeiten der internationalen Musikwelt etabliert. Im 2017 eröffneten Pariser Konzerthaus „La Seine Musicale“ im Stadtteil Boulogne-Billancourt widmet er sich mit der „Académie Musicale Philippe Jaroussky“ gezielt der musikalischen Förderung junger Menschen. Die Akademie ermöglicht Kindern und Jugendlichen zwischen 7 und 12 Jahren aus einkommensschwachen Familien der Region einen kulturellen Zugang zur Musik und bietet jungen angehenden Musiker*innen zwischen 18 und 25 Jahren professionelle Unterstützung und ergänzende Förderung zu ihrem Studium an einem Musikkonservatorium oder einer Hochschule. Beim Musikfest Bremen 2009 gab Philippe Jaroussky sein gefeiertes Bremen-Debüt mit geistlichen Arien aus dem italienischen Barock in der Kirche Unser Lieben Frauen, begleitet von Concerto Melante. Seitdem hat der französische Countertenor mit verschiedenen Programmen in wechselnden Besetzungen in sieben weiteren Festival-Auftritten mit Gesängen von Claudio Monteverdi über Giovanni Battista Pergolesi und Georg Friedrich Händel bis zu Juliette Gréco begeistert. Dabei hat er nicht nur immer wieder populären Arien seinen persönlichen Stempel aufgedrückt, sondern sich als unermüdlich in Archiven Forschender auch für Musik von Antonio Caldara, Nicola Porpora, Giovanni Bononcini oder wie zuletzt französische „Airs de cour“ eingesetzt. „Seit seinem Musikfest-Debüt in 2009 hat Philippe Jaroussky mit seinen Festival-Auftritten in Bremen, Oldenburg und Varel eindrucksvoll unterstrichen, warum er seit zwei Jahrzehnten einer der führenden Countertenöre in der internationalen Musikwelt ist. Seine glockenklare, intonationsrein geführte Stimme fasziniert durch ein sinnliches Timbre und jede Form von Virtuosität stellt er kontinuierlich in den Dienst einer berührenden Intensität des Ausdrucks. Immer schaut er dabei unter die Oberfläche der Musik und zeigt gerade in der Fähigkeit, mit jeder Arie Situationen und Figuren zu beglaubigen, seine Meisterschaft“, begründet die Jury die Entscheidung. Im diesjährigen Musikfest Bremen wird Philippe Jaroussky am Freitag, 26. August, um 20 Uhr in der Glocke vom französischspanischen Gitarristen Thibaut Garcia in einem Recital begleitet, bei dem die beiden eine musikalische Reise um die Welt quer durch 400 Jahre Liedgut verschiedener Kulturen präsentieren. Knechtsteden: Die verborgenen Wirklichkeiten in der Musik hör- und sichtbar zu machen ist die große Mission, die sich als roter Faden durch 31 Jahre Festivalgeschichte zieht. Frei nach dem Motto „Man hört nur, was man weiß“ lädt Hermann Max in neun Konzerten vom 17. bis 24. September zu einer bewusstseinserweiternden Reise ein. Der Vorverkauf startet bei KölnTicket am 1. August, Mitglieder des Freundeskreises können sich schon ab Juni die besten Tickets sichern. Fixpunkte im Hauptprogramm sind traditionell die gewichtigen Eigenproduktionen mit den Hausensembles Rheinische Kantorei und Das Kleine Konzert – so auch in diesem Jahr. Prachtvollen Chorklang zum frankophilen Eröffnungskonzert gibt es am 17. September mit Telemann (Deus Judicium Tuum), Bach (Orchester-Suite C-Dur) und Lully (Miserere). Am 20. September stehen italienische Einflüsse rund um Händel (Dixit Dominus), Alessandro Scarlatti (Messa di St. Cecilia) und Steffani (Stabat Mater) im Mittelpunkt. Beide Konzerte öffnen die Ohren dafür, wie eng sich Komponisten der Zeit trotz – oder gerade wegen – der Eigenheiten ihrer Regionalstile gegenseitig anregten. Am 21. September nimmt Hermann Max das Publikum im Motettenprogramm Von Orlando di Lasso bis in die Gegenwart mit in die Hexenküche des Komponierens: In großem Bogen von Monteverdi über die Bach-Familie begegnen sich Gestern und Heute des Tonsatzes – letzteres in Auftragswerken von vier jungen KomponistInnen, die barocke Sujets aufgreifen und in der Musiksprache der Gegenwart vertonen. Das Abschlusskonzert am 24. September setzt eine bereits im letzten Jahr begonnene Spurensuche nach dem wechselnden Klangideal barocker Musik durch die Zeiten fort: Bei Bach im 19. Jahrhundert treffen Hörerlebnisse der Zeit auf ihre Begeisterung für gegensatzreiche Abendprogramme, wenn die moderne Erstaufführung von Wilhelm Wilms‘ Drie geestelyke Liederen für Bass und Orchester auf Chorwerke von Brahms sowie Herzogenberg und Bachs virtuose Konzerte für 2 bzw. 3 Cembali mit Kiveli und Danae Dörken und Tobias Koch an gleich drei historischen Hammerflügeln treffen. Verborgenen Wirklichkeiten ist das Festival auch in kammermusikalischen Eigenproduktionen auf der Spur. Ein Instrumentalkonzert am 18. September gibt tiefe Einblicke in das freundschaftliche Beziehungsgeflecht zwischen Johannes Brahms, Joseph Joachim sowie Clara und Robert Schumann, prominent besetzt mit Florian Donderer (Violine) und Tobias Koch (Klavier); Constanze Backes moderiert. Rund um den 300. Geburtstag von Bachs Wohltemperiertem Clavier I strickt sich die dreiteilige Reihe Bilderbuch Bach. Nach einem gemeinsamen Werkstattgespräch mit der Musikwissenschaftlerin Dagmar Glüxam und dem Musikjournalisten Bernhard Schrammek widmen sich die Tastenvirtuosen Tobias Koch, Menno van Delft und Michael Borgstede am 19. September der wohl berühmtesten Klavierschule aller Zeiten. Ein weiteres Kapitel schlägt die spanische Cembalistin Amaya Fernández Pozuelo am 22. September auf. Anlässlich des Jubiläums ist eine neue digitale Produktion rund um die Geschichte des Tastenzyklus geplant, die ab September u.a. über die FestivalApp verfügbar sein wird. Gäste der Landpartie am 18. September und der Gregorianischen Nacht am 23. September sind die Capella della Torre und das estnische Vokalensemble Heinavankar. Bereits vor Festivalbeginn startet mit Globe Baroque – Sommeroper im Globe Neuss ein neues Format in Kooperation mit dem Kulturamt Neuss. Die Premierenproduktion am 24. August wird mit Alessandro Scarlattis Serenata Il giardino d’amore gefeiert, hochkarätig besetzt mit Roberta Mameli, Xavier Sabata und dem Ensemble 1700 unter der Leitung von Dorothee Oberlinger. Per Muskelkraft zum Hörgenuss: Nach der erfolgreichen Movimento-Premiere im vergangenen Jahr starten im September 2022 gleich zwei Routen. Movimento I – Die musikalische Radtour am Rhein verläuft am 11.9. (Tag des offenen Denkmals) von Düsseldorf über Monheim nach Dormagen. MOovimento II – Die musikalische Radtour an der Erft findet am 25.9. zwischen Grevenbroich und Neuss statt. Entlang von jeweils 28 Streckenkilometern präsentieren Kommunen und Kulturveranstalter auf Initiative des Festivals ein abwechslungsreiches Programm vorbei an Schlössern und Klöstern, Auen und Baggerseen mit Kurzkonzerten, Kleinkunst und Besichtigungen. Das detaillierte Movimento-Programm zu beiden Touren wird am 1. Juni unter www.movimento-fahrradkonzert.de veröffentlicht. Schütz: Vor 350 Jahren starb Heinrich Schütz (1585–1672): der bedeutendste deutsche Komponist vor Johann Sebastian Bach. Der Dresdener HofkaNACHRICHTEN 6 TOCCATA - 120/2022 Philippe Jaroussky, Foto: Michal Nocak

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