Toccata 05/2022

aus dem Bergischen Land geht immer weiter. Für das Projekt „Der Bergische Beethoven“ hat Harmonie Universelle den Klarinettisten Ernst Schlader engagiert, der zur Wiederentdeckung des Klarinettenkonzertes von Wilms beiträgt. Die Programme der drei Abende sind alle leicht unterschiedlich, da sie etwas zu lang für ein Konzert sind. Zum Abschluss seiner Kölner Konzertreihe spielt Harmonie Universelle Ende Oktober ein weiteres Konzert in Ventana zur CD-Veröffentlichung seiner nächsten Biber CD. Im Juni letzten Jahres hat Harmonie Universelle wieder in der Eifel mit der berühmten Balthasar König Orgel in Niederehe die Sammlung Tam Aris Quam Aulis aufgenommen. Die Besetzung ist seit der letzten Aufnahme dort nochmal um zwei Trompeten und eine Bratsche auf 11 Musiker angewachsen. www.harmonie-universelle.com Preis: Den Preis der Deutschen Schallplattenkritik Bestenliste 3/ 2022 erhielten im Bereich Tasteninstrumente: Schumann: Acht Novelletten op. 21, Gesänge der Frühe op. 133, Clara Schumann: Soirées musicales op. 6 mit Martin Helmchen, Hammerflügel, Bechstein, 1860 (Alpha ALP 857) und: Storace: Pastorale, Capriccio sopra Ruggiero, Ciaconna, Recercar, Bergamasca ua. mit Marouan Mankar-Bennis (L’Encelade ECL 2101), im Bereich Oper: Francesco Sacrati: Li finta pazza mit Mariana Flores, Paul-Antoine Bénos-Dijan, Carlo Vistoli, Fiona McGown, Anna Piroli, Alejandro Meerapfel, Julie Roset, Marcel Beekman u.a., Cappella Mediterranea, Ltg.: Leonardo García Alarcón (Château de Versailles Spectacles CVS 070, 3 CD) und im Bereich Alte Musik: Draw On Sweet Night. John Wilbye: Madrigale mit I Fagiolini, Ltg.: Robert Hollingworth (Coro COR 16190). Via Mediaeval: Es ist immer wieder ein besonderes Erlebnis, die Musik des Mittelalters in der Architektur ihrer Zeit zu genießen. Seit mehr als 20 Jahren finden in der KultursommerReihe „Via Mediaeval – Musik und Räume des Mittelalters“ Konzerte im Süden des Landes statt, die in diesem Jahr vom 27. August bis zum 30. September Einblicke in die mittelalterliche Musik Osteuropas geben: Melodien sowie Texte aus Böhmen, Bulgarien, Zypern und Polen, meist dargeboten von Ensembles aus Osteuropa. An den meisten Orten werden zudem kostenfreie Kirchenführungen für Konzertbesucher:innen angeboten. Den Auftakt macht ein Partnerkonzert mit dem elsässischen Festival „Voix & Route Romane“: Am 27. August zeigt das französische Ensemble Canticum Novum in Saint-Jean-Saverne den Reichtum und die Komplexität des Instruments Oud, das in unterschiedlichen Teilen der Welt zum Klingen kam. In der einzigartigen (Klang-)Atmosphäre der Abteikirche in Otterberg erklingt am 3. September „Regina Luctus – Königin der Trauer“. Das tschechische Ensemble Tiburtina erzählt musikalisch die Geschichte einer großen zugleich tragischen Frau in einer Mischung aus Klageliedern, Minnesang und geistlichen Liedern. Ein sehr seltenes, speziell für die Via Mediaeval entwickeltes Repertoire stellt der bulgarische Frauenchor Angelite am 11. September in der ehemaligen Klosterkirche St. Maria in OffenbachHundheim vor: Zum ersten Mal präsentieren sie Kompositionen von Ioannis Koukouzelis, ein Komponist des 14. Jahrhunderts, der mit seinen Ideen die Musiktheorie reformierte. Das Ensemble Labyrinthus aus Russland nimmt am 16. September sein Publikum mit auf eine Reise durch die alte Musik Zyperns. Als wichtiges kulturelles Zentrum wurde die Insel früh von verschiedenen Stilrichtungen geprägt, die nun im St. Fabianstift in Hornbach wieder mit Leben erfüllt werden. Mit Peregrina und der Krypta des Speyrer Doms trifft ein bekanntes Ensemble auf einen altehrwürdigen Ort. Am 23. September führt das Ensemble in einem vielfältigen Konzertprogramm durch die umbruchreiche Geschichte Polens und drei ihrer Regionen. Auch das Abschlusskonzert der diesjährigen Reihe widmet sich der mittelalterlichen Musik Polens. In der St. Paulus Kirche in Worms konzentriert sich das polnische Ensemble Flores Rosarum auf das Sequenzenrepertoire der WawelKathedrale in Krakau im 14. Jahrhundert; ein einzigartiges Genre, das am 30. September erlebt werden kann. Weitere Infos unter http://www.viamediaeval.de/ Polyharmonique: Vokalmusik von Heinrich Schütz, Claudio Monteverdi, Ignazio Donati und der Bachfamile führte das Ensemble Polyharmonique uns in der zweiten Augusthälfte zum Altenburger Musikfestival, den Barockfestspielen von Schloss Batzdorf bei Dresden und zu den Uckermärkischen Musikwochen. Anfang September ist das Ensemble Polyhamronique dann das erste Mal bei den Köthener Bachfesttagen zu Gast. Mitte September ist das Ensemble Polyharmonique dann im belgischen Festival Musica Divina, den Internationalen Musiktagen des Doms zu Speyer und bei den Stralsunder Orgeltagen zu erleben. Am 30. August 2022 spielt das Ensemble Polyharmonique in großer Besetzung die Auferstehungshistorie SWV 50 von Heinrich Schütz aus dem Jahr 1623 im Festsaal vom Zentralwerk Dresden. Es ist nicht nur ein Konzert - Das Ensemble Polyharmoniquer produziert einen Film und die Auferstehungshistorie SWV 50 von Heinrich Schütz ist sein Soundtrack! Zu Ostern 2023 wird dieser Film erstmals öffentlich gezeigt werden, genau 400 Jahre nach dem Erscheinen des Oratoriums. Danach soll er Teil von Musikfestivals werden, kann in Begleitreihen, in Museen, Kultureinrichtungen oder im Musikunterricht gezeigt werden. Das Projekt ist Teil des Förderprogramms Neustart.Kultur der Bundesregierung. Info unter www.polyharmonique.eu Felix 2022: Mit einer außergewöhnlichen und umjubelten Aufführung der drei Ballettmusiken Igor Strawinskys für Sergei Djagilew fand gestern Abend das Originalklangfestival FEL!X der Kölner Philharmonie seinen Abschluss. Kölns Generalmusikdirektor François-Xavier Roth entfachte mit seinem französischen OriginalklangOrchester Les Siècles mit Feuervogel, Petrushka und Le Sacre du printemps ein Feuerwerk auf Originalinstrumentarium. Damit schloss sich der Bogen, den das diesjährige Festivalprogramm von der prachtvollen und den kompletten Saal der Kölner Philharmonie bespielenden Krönungszeremonie Louis XIV. zum König mit Sébastien Daucé und seinem Ensemble Correspondances über drei Jahrhunderte von 1654 bis 1913 spann. Philharmonie-Intendant Louwrens Langevoort zeigte sich nach sechs Festival-Tagen zufrieden und optimistisch: »Nach der FEL!X-Premiere 2019 kamen zwei schwierige Festivalausgaben unter Pandemiebedingungen. FEL!X 2022 hat sich entfaltet und bewährt. Ein großer Dank gilt unserem Kölner Publikum, das zahlreich und voller Freude und Neugierde die vielen Konzerte besucht hat.« Der französische Schwerpunkt von FEL!X 2022, der durch Mitkurator François-Xavier Roth (»Mein ganzes Leben ist ein Festival«) gesetzt war, zeigte sich sowohl programmatisch als auch in den Besetzungen: In bester Form und Stimmung trugen François Lazarevitch und Les Musiciens de Saint-Julien, Amandine Beyer und Gli Incogniti, das Ensemble Sarbacanes, das Porträtensemble der aktuellen Philharmonie-Saison Ensemble Resonanz mit der korsischen Vokalgruppe A Filetta sowie die Solisten Pierre Hantaï und Alexander Melnikov zur guten Festivalatmosphäre bei. Zwei weitere Programmpunkte rundeten das Festivalprogramm ab: Mit den Bach-Motetten nahm das Vokalensemble Cantus Cölln unter der Leitung von Konrad Junghänel in der Kölner Philharmonie nach 35 Jahren Abschied von der Konzertbühne. Leonardo García Alarcón und die von ihm gegründete Cappella Mediterranea boten eine selten zu hörende konzertante Gesamtaufführung von Claudio Monteverdis Oper »L'Orfeo«. Beim sehr rege besuchten FEL!X urban.-Tag präsentierten junge Künstlerinnen und Künstler in kleineren Spielstätten rund um die Kölner Philharmonie ihre Ansätze von Originalklang. Mit FEL!X 2023 eröffnet die Kölner Philharmonie vom 15. bis 20. August 2023 ihre Saison 2023/24, das Programm wird im Frühjahr 2023 bekannt gegeben. 10 TOCCATA - 121/2022 NACHRICHTEN Ensemble Peregrina, Foto: Martin Chiang, bei Via Mediaeval

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