Toccata 05/2022

terpretinnen und -Interpreten. www.bachfestleipzig.de/de/bach-wald Equiluz: Der österreichische Tenor Kurt Equiluz ist kurz nach seinem 93. Geburtstag verstorben. Equiluz wurde am 13. Juni 1929 in Wien geboren. Seine Gesangskarriere startete er als Altsolist im Chor der Wiener Sängerknaben, danach wirkte er im Grossmann-Kammerchor. An der Österreichischen Staatsakademie studierte er zunächst Harfe, ab 1950 wurde er an der Wiener Staatsoper engagiert, zunächst als Chorist, ab 1957 als Solist. Equiluz sang insbesondere im Buffo-Fach Partien unter Dirigenten wie Herbert von Karajan, Georg Solti und Karl Böhm. Mit Nikolaus Harnoncourt und dem Concentus Musicus Wien erarbeitete er bahnbrechende Neudeutungen bekannter Werke und wurde zu einem der Pioniere der Originalklang-Bewegung. Über Jahre hinweg zählte Equiluz zu den führenden Evangelisten in den Passionen Johann Sebastian Bachs. 1980 wurde er zum Kammersänger ernannt, 1983 beendete er seine Karriere an der Wiener Staatsoper. Equiluz lehrte ab 1964 an der Musikhochschule Graz, von 1981 bis 1998 war er Professor an der Wiener Musikhochschule (für Lied und Oratorium) und gab Meisterkurse. Zu seinen Schülern zählen u.a. Kurt Azesberger, Johannes Chum, Cesar Gutierrez, Arno Raunig und Terry Wey. Basel: Christian Hilz wurde als Mitglied der Leitung der Schola Cantorum Basiliensis gewählt. Er wird nach der Pensionierung von Thomas Drescher im September 2022 im Rahmen der neuen kollaborativen Leitung die Zukunft und Weiterentwicklung der Schola mitverantworten. Als Bariton ist Christian Hilz in den Musikzentren Europas und Amerikas präsent und hat sich als vielseitiger Interpret mit einem breit gefächerten Repertoire einen Namen gemacht. Schwerpunkte liegen im Bereich des Spätbarock, der Romantik und im Lied-Repertoire des 19. und 20. Jahrhunderts. Christian Hilz studierte Gesang und Musiktheater an der Folkwang-Hochschule Essen. Ein Weiterbildungsstudium Theater- und Musikmanagement an der LMU München, Weiterbildungen und künstlerische Beratungstätigkeit für verschiedene Festivals erweiterten seinen Blick auf das Musikleben. Die Schweizer Musikhochschullandschaft ist ihm vertraut: Als Professor für Gesang und Kammermusik lehrt er seit 2009 an der Hochschule der Künste Bern und am Schweizer Opernstudio. Seit 2015 ist er zudem künstlerischer Leiter der Austria Barockakademie. studio XVII augsburg: Das studio XVII augsburg feierte im Juli sein 50jähriges Bestehen mit einem Konzert, seit 1972 das 196. Projekt nach 42 Veröffentlichungen von Tonträgern und vielen Interpretations-Seminaren. Ohne die Förderung durch das Kulturamt Augsburg und eine Reihe langjähriger Sponsoren wäre vieles nicht möglich gewesen. Die Projekte des Ensembles sind seit 38 Jahren immer wieder auch im Kloster Irsee erklungen. Von dort kam auch das Angebot einer Coproduktion für eine neue CD: 96533 Irseer Spaziergänge Mit Haßler. Magdeburg: Der 12. Internationale Telemann-Wettbewerb 2023 wird zum zweiten Mal in der Wettbewerbsgeschichte für Gesang ausgeschrieben. Der Wettbewerb findet vom 10. bis zum 19. März 2023 im Gesellschaftshaus Magdeburg statt und wird in drei Runden ausgetragen. Teilnehmen können Sängerinnen und Sänger im Alter von 18 bis 34 Jahren. Anmeldungen zur Teilnahme sind ab sofort möglich. Die Anmeldefrist endet am 21. November 2022. Die Ausschreibungsunterlagen stehen unter www.telemann.org zur Verfügung. Erneut wird der endgültigen Zulassung zum Wettbewerb eine Videoauswahl vorgeschaltet. Traditionell wird der Internationale Telemann-Wettbewerb in drei öffentlichen Runden ausgetragen. Es werden Preisgelder in Höhe von 15.500 EUR ausgelobt, darunter der mit 7.500 EUR dotierte „Preis der Mitteldeutschen Barockmusik“. Die Leistungen der jungen Interpretinnen und Interpreten werden von einer hochkarätigen Fachjury beurteilt, Prof. Howard Arman (GB/CH), Vorsitz, Prof. Elisabeth Scholl (D), Prof. Bernarda Fink (A/ARG), Prof. Benno Schachtner (D), Prof. Markus Schäfer (D) sowie Prof. Peter Kooij (NL). Juryvorsitzender Howard Arman hat sich u.a. als künstlerischer Leiter des Salzburger Bachchores sowie des MDR Rundfunkchores und des Chores des Bayerischen Rundfunks einen Namen gemacht. Präsident des Wettbewerbs ist Prof. Siegfried Pank (Leipzig), der zugleich auch als Präsident der Internationalen Telemann-Gesellschaft e.V. vorsteht. Der 12. Internationale TelemannWettbewerb in Magdeburg bietet neben seinen öffentlichen Runden, einem Festkonzert mit den Preisträger*innen und einem begleitenden Konzertprogramm mit regionalen und internationalen Ensembles erstmals auch einen öffentlichen Meisterkurs für Wettbewerbsteilnehmer*innen. Der Internationale Telemann-Wettbewerb wird seit 2001 alle zwei Jahre im März von der Internatio-nalen Telemann-Gesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit der Landeshauptstadt Magdeburg (Zentrum für Telemann-Pflege und –Forschung, Gesellschaftshaus) ausgetragen. 2021 musste er auf Grund der Corona-Pandemie erstmals in den Spätsommer verschoben werden. Nähere Infos: www.telemann.org. Nürnberg: Das Oratorium Paulus von Felix Mendelssohn Bartholdy in der ausverkauften Kirche St. Lorenz war der fulminante Schlusspunkt hinter einem überaus erfolgreichen Festivaljahrgang. Am 3. Juli endete das 71. Musikfest ION mit einer Steigerung der Besucherzahlen in den Konzerten um 25% gegenüber dem vorpandemischen Jahrgang 2019. „In Krisenzeiten haben wir nicht aufgegeben, sondern haben in neuen Beziehungen zu Künstler:innen, Förderern und Partnern das Festival reformiert und uns personell und inhaltlich neu aufgestellt. Dabei sind wir verstärkt in den Dialog mit der Stadtgesellschaft Nürnbergs und der Musikszene in Deutschland gegangen. Wir haben vielfältige Ermöglichungsräume geschaffen und mit Musik Hoffnung gestiftet und Trost gespendet. Die altehrwürdige Orgelwoche transformiert sich seit 2019 zum Musikfest ION. Dieses neue Festival hat dem Publikum dieses Jahr Glück geschenkt und Begeisterung und Freude entfacht. Wir haben die Menschen in Nürnberg und aus ganz Deutschland mit unglaublich großem Zuspruch erreicht. Die Menschen konnten zuhören, voneinander lernen, mitsingen und mitdiskutieren. So entstand ein lebendiges, leidenschaftliches und zeitgemäßes Musikfest. Es ist unglaublich, wie die Stadt Nürnberg vibriert hat!“ So resümiert Moritz Puschke, der Geschäftsführende Intendant des Musikfests ION diesen Jahrgang. Der 71. Jahrgang stand unter dem Motto ALL YOU NEED IS… Gemeinsam mit zahlreichen Künstler:innen begaben sich die Festivalmacher:innen und das Publikum musikalisch auf die Suche danach, was zählt. Was brauchen wir? Oder was sollten wir tun? Antworten waren zum einen Gipfelwerke der Musica Sacra wie etwa Händels Messiah, das Requiem von Johannes Brahms oder Bachs h-MollMesse und Johannespassion. Allerdings wurden etliche dieser ikonischen Werke in neuen Lesarten, in Bearbeitungen und Kontextualisierungen dargeboten und mit der Gegenwart verknüpft. So erklang Bachs h-MollMesse als Missa miniatura in einer Bearbeitung von Elina Albach, verknüpft mit poetischen Interventionen des Schweizer Spoken Word Artists Jürg Halter. Zum anderen gehört es zur neuen Festivalarchitektur, Teilhabe und Vertiefung zu ermöglichen. Dafür wurde das FORUM des Musikfests ION ins Leben gerufen, maßgeblich gefördert durch die Zukunftsstiftung der Sparkasse Nürnberg. Damit wird das Musikfest ION zur Plattform für die Musik in ihrer Aufführung, Entwicklung, praktischen Anwendung und theoretischen Reflexion. Es ist ein Ort für‘s Weiterdenken, Vertiefen, Debattieren und Ausprobieren. Ein Musikfest, das TOCCATA - 121/2022 NACHRICHTEN 5 Geneviève Tschumi gewann 2017 den 1. für Gesang ausgeschriebenen Internationalen Telemann-Wettbewerb. Foto: Viktoria Kühne Christian Hilz

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