Toccata 05/2022

Grzegorz Joachimiak, Elizabeth Kenny, Kelly Landerkin, Marc Lewon, Catherine Liddell, Nigel North, Paul O’Dette, Sigrun Richter, Sara Salloum, Lynda Sayce, Kateryna Schöning, Hector Sequera, Hopkinson Smith, Nico van der Waals und Sigrid Wirth. Amsterdam: Die schweizerisch-niederländische Violinistin Marie Leonhardt ist internationalen Medienberichten zufolge im Alter von 93 Jahren verstorben. Leonhardt zählte zu den Pionieren der historischen Aufführungspraxis. Gemeinsam mit ihrem Mann Gustav Leonhardt hatte sie 1955 das Leonhardt Concort gegründet. Marie Leonhardt-Amsler wurde am 5. November 1928 in Lausanne geboren. Sie studierte Violine bei Michel Schwaltbé am Genfer Konservatorium, danach an der Schola Cantorum Basiliensis bei Walter Kägi. Dort lernte sie auch Gustav Leonhardt kennen, den sie 1953 heiratete. Ab 1955 war sie Konzertmeisterin im LeonhardtConsort unter der Leitung ihres Mannes, ab 1969 auch in Ton Koopmans Ensemble "Musica Antiqua Amsterdam". Marie Leonhardt unterrichtete Schüler wie Lucy van Dael und Alda Stuurop sowie Reinhard Goebel, ab 1968 etwa am Konservatorium Rotterdam und in zahlreichen Meisterklassen weltweit, später auch in der Abteilung Alte-Musik des Genfer Konservatoriums, wo sie eine Streicherklasse leitete. Ab 1980 übernahm sie die Leitung der Summer Academy Casa de Mateus (Portugal) und wurde künstlerische Leiterin des Festivals von Vila Real. Später widmete sie sich auch der Weitergabe historischer Spieltechniken an junge russische Musiker, im Jahr 2000 wurde Leonhardt Ehrenpräsidentin des Alte-Musik-Festivals Sankt Petersburg. Stuttgart: Einen fröhlicheren Choralchor hat Johann Sebastian Bach kaum je geschrieben als für den Beginn der Kantate »Sei Lob und Ehr dem höchsten Gut« BWV 117. Mit ihr eröffnet die Internationale Bachakademie Stuttgart am 29. September ihre Saison 22/23. Beim mobilen Konzertformat »Hin und weg!«, diesmal in der Stuttgarter Johanneskirche, wird jeweils eine Bachkantate aufgeführt, in Klangbeispiele zerlegt und erläutert, bevor das ganze Werk noch einmal erklingt. Hans-Christoph Rademann moderiert und dirigiert die Gaechinger Cantorey, die Soloparts übernehmen Alex Potter, Countertenor, Benedikt Kristjánsson, Tenor, und Tobias Berndt, Bass. Tänzerisch-beschwingt kommen sowohl die Choralstrophen als auch die Arien zum Lobe Gottes daher. J.S. Bach hat die aktuellen Modetänze der Zeit wie Passepied, Rigaudon, Giga und Polonaise verwendet und damit in seiner Kantate zum Lob Gottes dem um 1730 aufkommenden »galanten Stil« Tribut gezollt. Die Deutsche Bank Stiftung unterstützt die Reihe »Hin und weg!« als Initiativpartner. München: In der Saison 2022/23 feiert Ensemble Phoenix Munich sein 20-jähriges Bestehen! Als eine „Ensemble Phoenix Production“ nahm Bassist und Lautenist Joel Frederiksen im Jahr 2002 in einem Barocksaal in Bayern die Musik zu „Orpheus, I am“ auf. 20 Jahre später nun feiert das Ensemble Phoenix Munich sein 20-jähriges Bestehen und die CD „Orpheus, I am“ hat die 3. Auflage erreicht! Ein nächster Meilenstein des Ensembles war die Aufnahme von „The Elfin Knight“ und 2007 die Veröffentlichung der CD bei harmonia mundi Frankreich. Im selben Jahr startete EPM die Konzertreihe „Zwischen Mars und Venus“ im Bayerischen Nationalmuseum. In der 15. Saison (2022/23) – Coronabedingt leider nicht im Bayerischen Nationalmuseum – können dank Hilfe einiger Förderer vier einzigartige Programme angeboten werden. Im Oktober stehen als Highlight der Musikgeschichte „Die Florentiner Intermedii von 1589“. auf dem Programm. Für diese Aufführung kommen Spezialisten der Musik des 16. Jahrhunderts und moderner Tanz zusammen. Im 2. Abo-Konzert, in der wunderschönen und akustisch perfekten St. Matthäus-Kirche, wird spanische Musik dargeboten. Beim 3. Abo-Konzert „The flaming fire“ ist Hille Perl wieder mit dabei und im 4. Konzert wird Joel Frederiksen, ein Ziel von ihm, alle Thomas Campion-Lieder aufführen. Pünktlich zum Jubiläum erscheinen gleich zwei CDs bei Sony/harmonia mundi deutschland: A Day with Suzanne – Französische Chansons der Renaissance treffen auf Songs von Leonard Cohen und Walther von der Vogelweide – ein Wanderleben. Rheinsberg: Junge Ensembles mit Schwerpunkt Alte Musik können sich ab sofort bis 1. Dezember 2022 als neue Rheinsberger Hofkapelle bewerben. Verbunden mit dem Titel ist ein Förderprogramm, das dem Ensemble Möglichkeiten für die künstlerische und konzeptionelle Weiterentwicklung eröffnet: Dazu gehören Probenmöglichkeiten vor Ort in der Musikakademie Rheinsberg, ein auf die Bedürfnisse des Ensembles zugeschnittenes Weiterbildungsprogramm sowie vergütete Auftrittsmöglichkeiten im Rahmen des Akademieprogramms und des Schlosstheaters Rheinsberg. Bewerben können sich Ensembles mit vier bis sieben Musiker*innen und einem Durchschnittsalter von max. 32 Jahren, die in der historischen Aufführungspraxis zu Hause sind und sich mit dem Repertoire der historischen Rheinsberger Hofkapelle beschäftigen möchten. Bewerbungen mit Audiobeispielen können ab sofort bis 1. Dezember 2022 über die Website der Musikakademie eingereicht werden: https://musikakademierheinsberg.de/projekte/rheinsbergerhofkapelle/ Drei Ensembles werden nach einer Vorauswahl eingeladen, sich am 28. Januar 2023 in einem öffentlichen Konzert in Rheinsberg mit einem 1520 minütigen Programm mit Musik des 18. Jahrhunderts zu präsentieren. Der Titel „Rheinsberger Hofkapelle“ wird seit 2000 jährlich vergeben. Aktuell trägt das Ensemble Brezza aus Basel den Titel der Rheinsberger Hofkapelle 2022/23. Stuttgart: Die Konzerte „Alte Musik im Haus der Musik“ des Landesmuseums Württemberg sind längst kein Geheimtipp mehr. Im September startet die in der Schausammlung historischer Musikinstrumente veranstaltete Reihe ins sechste Jahr. Auch 2022/23 präsentieren internationale Ensembles und renommierte Interpret*innen aus der Region interessante Programme und begeisternde musikalische Entdeckungen. Dabei werden vielfach wieder originale historische Tasteninstrumente zum Einsatz kommen. Ein außergewöhnliches Instrument aus der Sammlung des Landesmuseums steht im Zentrum eines Jubiläumskonzerts im Mai. Das Doppelvirginal „Mutter und Kind“ wurde vor genau 400 Jahren von Johannes Ruckers (1578–1642) fertiggestellt. Ermöglicht werden die Konzerte durch die Helmut Nanz Stiftung zur Förderung von Kunst und Kunsterziehung und das Engagement engagierter Partner. So konnten in Kooperation mit dem Italienischen Kulturinstitut und der Botschaft von Spanien hochkarätige Musiker*innen gewonnen werden, darunter das Vokalensemble „Musica Ficta“ aus Spanien oder das junge „Duo Savigni“ aus Italien, das – dicht gefolgt vom Ensemble Cinquecento – im September die Reihe eröffnet. Bremen: Mit dem Bremer Barockorchester erscheint im Herbst beim Label Arcantus seine zweite CD. Auf dem Programm stehen das Doppelkonzert TWV 52:a1, die Ouvertüre “Les Nations” und die Ouvertüre NACHRICHTEN 8 TOCCATA - 121/2022 Gaechinger Cantorey Chor und Orchester, Foto: Roberto Bulgrin

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