Toccata 06/2022

NACHRICHTEN 10 TOCCATA - 122/2022 durch den Nord- und Ostseeraum des 16. und 17. Jahrhunderts. Die junge französische Gambistin Lucile Boulanger, vom renommierten BBC-Music-Magazine als „Jacqueline du Pré der Viola da Gamba“ bezeichnet, begibt sich bei ihrem Solo-Recital mit dem Cembalisten Pierre Gallon am Sonntag um 14 Uhr in der gotischen Ulrichskirche auf die Suche nach den musikalischen Werken, die den Meistergambisten Antoine Forqueray Anfang des 18. Jahrhunderts in Paris inspiriert haben. Sie stößt dabei auf drei der berühmtesten Geiger jener Zeit: Arcangelo Corelli, Michele Mascitti und Jean-Marie Leclair. Drei geistliche Kantaten von Johann Sebastian Bach stehen auf dem Programm des französischen Barockensembles Alia Mens unter der Leitung von Olivier Spilmont am Sonntagnachmittag um 16 Uhr in der Basilika Alte Kapelle. Die drei Kantaten thematisieren die bange Frage nach der Sterbestunde („Liebster Gott, wenn werd ich sterben“ BWV 8), die Zweifel am Elend und Unglück des irdischen Lebens („Meine Seufzer, meine Tränen“ BWV 13) und die Hoffnung auf ein seliges Ende („Herr Jesu Christ, wahr‘ Mensch und Gott“ BWV 127). Die Vokalpartien sind mit Dorothee Mields, Paul-Antoine Bénos-Dijan, Thomas Hobbs und Romain Bockler besetzt. Aus der genialen ArrangementWerkstatt des Beethoven-Zeitgenossen Carl Friedrich Ebers spielt die Compagnia di Punto am Sonntagabend in der Dreieinigkeitskirche Mozarts große g-Moll-Sinfonie KV 550, arrangiert für 10 Instrumente, und Beethovens „Eroica“ op.55, ebenfalls arrangiert für 10 Instrumente. Die kleine Besetzung mit ihrem radikalen Interpretationsansatz bringt eine ungewöhnliche Sicht auf die beiden „Klassiker“ und setzt einen willkommenen Kontrapunkt zu den schlackenfreien Hochglanz-Interpretationen, die nach wie vor den Konzertbetrieb bestimmen. Zum dritten Mal nach 2014 und 2018 gastieren die norwegischen „BaRocker“ Barokksolistene in einem Nachtkonzert bei den Tagen Alter Musik und werden den Leeren Beutel wieder in ein Tollhaus verwandeln. Ein paar Jahre nach dem Erfolgskonzept „The Alehouse Sessions“ bringen die Musiker nun zusammen, was gar nicht so weit voneinander entfernt liegt: die Kneipe und das Theater. Eine sehr englische Mischung aus Shakespeare, Commedia dell'Arte und Jonglage mit Musik von Purcell, Volksliedern und Seemannsliedern. Die außergewöhnliche Persönlichkeit von Hekuba, der letzten Königin von Troja, steht im Mittelpunkt der Montagsmatinee mit dem Ensemble Dialogos und dem Vokalensemble Kantaduri in der Minoritenkirche. In der Inszenierung von Sanda Herži zeigen beide Ensembles ein kraftvolles, reichhaltiges und unkonventionelles Programm, basierend auf den Quellen des kroatischen Dichters Marin Drži und des venezianischen Dichters Lodovico Dolce, das die venezianische Kultur und die Rauheit der traditionellen Musik aus der Region Dubrovnik vereint. Dietrich Buxtehude machte die „Abendmusiken“ in der Lübecker Marienkirche berühmt. Das französische Barockensemble La Rêveuse mit der Sopranistin Maïlys de Villoutreys präsentiert am Montagnachmittag um 16 Uhr in der Regensburger Niedermünsterkirche eine Lübecker Abendmusik mit Kantaten und Instrumentalmusik von Dietrich Buxtehude, Johann Adam Reincken und Johann Philipp Förtsch. Johann Gottlieb Goldberg war wohl der bekannteste Schüler J. S. Bachs. Er hat ein zwar schmales, aber beachtliches Werk geschaffen. Dass seine Meisterschaft nun auch im Konzert erfahrbar wird, dafür sorgt das Kölner Barockensemble Ludus Instrumentalis am Montag um 16 Uhr im Reichssaal. Die fünf MusikerInnen werden Triosonaten Goldbergs abwechselnd mit Kompositionen J. S. Bachs kombinieren und somit Bachs fähigstem Schüler die angemessene Reverenz erweisen. Das Abschlusskonzert des diesjährigen Festivals bestreitet das polnische Spitzenorchester {oh!} Orkiestra aus Katowice unter der Leitung seiner Gründerin und Konzertmeisterin Martyna Pastuszka. Unter dem Motto: „Vielfalt der Klangfarben – Die Suite in den deutschsprachigen Ländern im 17. und 18. Jahrhundert” begibt es sich auf eine spannende Klangreise durch die Welt der barocken Orchestersuite mit Werken von Georg Muffat, Esaias Reusner, Johann Caspar Ferdinand Fischer, Johann Rosenmüller und Georg Philipp Telemann. Wie gewohnt findet im Rahmen des Festivals auch 2023 im historischen Salzstadel an der Steinernen Brücke vom 27. bis 29. Mai wieder eine große internationale Verkaufsausstellung von Nachbauten historischer Instrumente, von Tonträgern, Büchern und Noten statt. Bis zu 50 Anbieter aus ganz Europa werden die Ausstellung beschicken und sie somit zur größten ihrer Art in Deutschland machen. Der Eintritt ist frei! Begleitend zur Gesamtaufführung der „Rosenkranzsonaten“ von H. I. F. Biber durch das Ensemble Les Passions de l’Âme findet am Freitag, dem 26. Mai im „Bonhoeffersaal“ des Alumneums eine vom Institut für Musikwissenschaft der Universität Regensburg organisierte internationale Tagung statt. Titel der Veranstaltung: „Zwischen Stimmungen und Mysterien: Die 'Rosenkranzsonaten' von H. I. F. Biber“. Der Eintritt ist frei! Um Anmeldung bis zum 19. Mai 2023 wird gebeten (patricia.hahn@ur.de). Die Tage Alter Musik gehen in die Verlängerung! Am Dienstag, dem 30. Mai, gibt es zum zehnten Mal eine Zusammenarbeit der Tage Alter Musik Regensburg mit der Regensburger Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik (HfKM) in Form eines Kurstages. Florence Bolton, Viola da gamba und Benjamin Perrot, Theorbe (Leiter des französischen Barockensembles La Rêveuse) werden dabei mit Studentinnen und Studenten der HfKM an vorbereiteten Stücken aufführungspraktische Fragen klären. Der Kurstag endet mit einem Konzert um 19.30 Uhr im Konzertsaal der HfKM (Eintritt frei!). Zuhörer sind in den Räumen der HfKM zu Kurs und Konzert in RegensburgStadtamhof herzlich willkommen. Anmeldungen und nähere Informationen unter www.hfkm-regensburg.de Programmveröffentlichung: Montag, 7. November 2022, Start Ticketverkauf Vereinsmitglieder: Freitag, 19. November 2022, Start allgemeiner Ticketverkauf: Montag, 28. November 2022. Karten über www.okticket.de Tage Alter Musik, Postfach 100903, D-93009 Regensburg, Tel.: 0941/8979786, Fax: 0941/8979836, E-mail: TageAlterMusik@t-online.de www.tagealtermusik-regensburg.de Schütz: Eines der faszinierendsten Botschafterprojekte des Festjahrs SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“ gibt es jetzt auch auf CD. Der vierteilige Zyklus „Kaleidoskop der Räume“ des Klangkünstlers und Orchestronikers Fabian Russ ist gerade beim Leipziger Label und Verlag Zweitausendeins in einer vier CDs umfassenden Box erschienen. Ausgangspunkt der Kompositionen sind Aufnahmen mit dem Dresdner Kammerchor unter Leitung von Hans-Christoph Rademann, die im Rahmen der SchützGesamteinspielung beim Carus-Verlag entstanden. Das im Auftrag von Heinrich Schütz Musikfest und SCHÜTZ22 entstandene Werk kann mit dieser CD-Box in zwei Varianten erlebt werden: in normalem Stereo und in binauralem Stereo, optimiert für Kopfhörer. Binaurale Aufnahmen ermöglichen eine maximal realistische Reproduktion unseres räumlichen Hörens. So entsteht ein dreidimensionaler Klang. www.schütz-musikfest.de Gramophone Awards 2022: Den Gramophone Award 2022 im Bereich Chorwerke erhielt: Bach: Matthäuspassion mit Pygmalion unter Raphael Pichon (Harmonia Mundi France HMM 90.2691/ 93), im Bereich Alte Musik: Desprez: Baisiez Moy mit dem Enemble Thélème unter Jean-Christophe Groffe (Aparte AP 259). IYAP: Folgende junge Ensembles wurden im Rahmen des letzten International Young Artist’s Presentation (IYAP), Coaches: Robert Hollingworth, Raquel Andueza, veranstaltet vom Musica Impulse Centre und AMUZ, als vielversprechend ausgewählt: Brezza, PassiSparsi, Anacronía, Giesta, Parnassus Quartet, Flutes & Frets Duo. Spering: Andreas Spering ist von den Brandenburger Symphonikern zum neuen Chefdirigenten gewählt worden. Andreas Spering ist Spezialist für historisch informierte Aufführungspraxis. Er spielte mehrere Jahre als Cellist bei Reinhard Goebels Ensemble Musica Antiqua Köln. Seine große Leidenschaft gehört der Wiener Klassik und hier besonders Joseph Haydn. Er etablierte als Künstlerischer Leiter der Brühler Schlosskonzerte das einzige Haydn-Festival Deutschlands und leitete dort über 60 Symphonien, die großen Oratorien und acht Opern des Komponisten. Das Werk Händels hat in seiner Karriere ebenfalls einen bedeutenden Stellenwert: er war viele Jahre lang Musikalische Leiter der Händelfestspiele Karlsruhe, wo er zahlreiche Produktionen dirigierte. Auch bei den Händel-Festspielen Halle ist er ein gern gesehener Gast. Pizzicar Galante: Das Ensemble Pizzicar Galante, das sich dem Repertoire für Mandoline und Basso continuo des 18. Jahrhunderts widmet, wird im November mit dem Tenor Marc Mauillon sein Programm “Un air d’Italie” für das Label Arcana auf

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