Toccata 06/2022

11 NACHRICHTEN CD aufnehmen. Die CD wird 2023 veröffentlicht. Les Recreations: Das Ensemble Les Recreations hat Bachs Kunst der Fuge für das Label Ricercar aufgenommen. Die CD wird im Juni veröffentlicht. Bayreuth: Mit der konzertanten Aufführung der Oper „Griselda“ von Giovanni Bononcini, einer Welterstaufführung seit 1733, endete am 18. September 2022 Bayreuth Baroque 2022. Damit ging die dritte Ausgabe des Festivals unter der künstlerischen Leitung von Max Emanuel Cencic nach zwölf Tagen zu Ende. Höhepunkt war die wiederentdeckte Oper „Alessandro nell’ Indie“ von Leonardo Vinci in einer reinen Männerbesetzung als Neuproduktion von Bayreuth Baroque. Zu den verschiedenen ausverkauften Aufführungen im Markgräflichen Opernhaus und anderen barocken Veranstaltungsorten in der Stadt kamen Gäste aus aller Welt. Der Bayerische Rundfunk sowie arte und arte concert strahlten als Hörfunkund TV Partner viele der Aufführungen live aus, einige sind online zu erleben. „Alessandro nell‘ Indie“ von Vinci erlebte in Bayreuth nach über 282 Jahren seine erfolgreiche Wiederentdeckung in der Inszenierung durch Max Emanuel Cencic. Entsprechend den Normen der neapolitanischen Oper übernahmen Männer sämtliche Rollen auf der Bühne – auch die der weiblichen Charaktere. Mit Franco Fagioli als Poro, Bruno de Sá als seine Geliebte Cleofide und Jake Arditti als seine Schwester Erissena waren drei Topstars der internationalen Countertenor-Szene in der Produktion zu erleben. Musikalischer Partner im Graben war das {oh!} Orkiestra unter seiner musikalischen Leiterin Martyna Pastuszka. Weiters sangen Nicholas Tamagna (Timagene), Maayan Licht (Alessandro) und Stefan Sbonnik (Gandarte). Die Neuproduktion Alessandro nell’Indie ist unter diesem Link zu sehen: https://www.bayreuthbaroque.de/news /alessandro-nellindie-ansehen/ Zu den weiteren Highlights gehörten Solistenabende der gefeierten Sopranistin Julia Lezhneva sowie der soeben mit dem Opus Klassik ausgezeichneten Jeanine De Bique. Der Shooting-Star Bruno de Sá stellte live in Bayreuth wie auch im Stream sein erstes Soloalbum „Roma Travestita“ vor, das letzten Monat bei Warner erschienen ist. Festivalleiter Max Emanuel Cencic feierte sein 40jähriges Bühnenjubiläum glanzvoll in Bayreuth. Er widmete seinen live im Internet zu erlebenden Abend vor ausverkauften Haus ausschließlich Händel-Arien, die der Komponist für den berühmten Kastraten Senesino schrieb. Als Orchestra in Residence hatte das {oh!} Orkiestra die Gelegenheit, sich neben der Opernproduktion an zwei weiteren Abenden dem begeisterten Publikum vorzustellen. Besonderes Augenmerk wurde abermals auf die Auswahl der historisch bedeutsamen Spielorte gelegt: Neben dem Markgräflichen Opernhaus, der Stadt- und der Schlosskirche in der Bayreuther Innenstadt wurden wieder Konzerte in der Eremitage sowie – eine Neuerung in diesem Jahr – in der barocken Ordenskirche St. Georgen gegeben. Die nächste Ausgabe von Bayreuth Baroque findet von 7. bis 17. September statt. Erstmals werden zwei szenische Produktionen zu erleben sein – darunter „Flavio, re de’ Longobardi“ von Georg Friedrich Händel. Mehr Infos finden Sie auf: www.bayreuthbaroque.de Berlin: Seit Mitte Oktober gibt es die CD “New Vivaldi” mit der lautten compagney Berlin. Einen Eindruck gibt das Video aus der *Vivaldi updated:lounge im Delphi-Theater, https://www.lauttencompagney.de/lou nge-lab/lounge/. Schon jetzt ist das Programm “Winterreisen” in Planung. Weil auch das Engagement eines prominenten Ensembles schon im Vorfeld finanziert werden muss, läuft die Crowdfunding Kampagne jetzt. Die Gambistin Johanna Rose erkundet auf ihrer neuen CD Bachs CelloSolo-Suiten für ihr Instrument und stellt sie dem Erfinder der siebenten Saite, Sainte-Colombe, gegenüber. Roses Album erscheint am 25. November. Gloria: Das belgische Ensemble Gloria unter der Leitung der Oboistin NeleVertommen hat sein “Corelli and Händel”-Programm auf CD eingespielt. Die CD wird im Februar 2023 veröffentlicht. Hamburg: Die Hamburger Ratsmusik, 1990 neugegründet und seither geleitet von der Gambistin Simone Eckert, blickt heute auf ein halbes Jahrtausend Musikgeschichte in Hamburg zurück, denn im Jahre 1522 stellte die Stadt Spielleute erstmals fest an. Dieses bedeutende Jubiläum trifft im November 2022 auf Heinrich Schütz‘ 350. Todestag. Von den Zeitgenossen gerühmt als „allerbester Teutscher Componist“ (Wolgang Caspar Prinz, 1690), war dieser höchstpersönlich nach Hamburg gereist, wo seine Schüler Matthias Weckmann, Christoph Bernhard und Johann Theile wirkten, und wo er den Pastor und Dichter Johann Rist traf. Mit Sicherheit hörte Schütz in Hamburg die weitgerühmten Ratsmusikanten, und dieser legendären Begegnung spürt das Jubiläumsprogramm nach. Mit der Uraufführung eines Werkes des Hamburger Komponisten Tim Steinke wird außerdem eine Brücke in die Gegenwart geschlagen. Die Kooperation mit dem englischdänischen Vokalensemble Theatre of Voices nimmt Bezug auf die internationalen und besonders die dänischen Kontakte, die sowohl Heinrich Schütz als auch Hamburgs Ratsmusiker zum Zwecke des musikalischen Austauschs pflegten. Das Festkonzert am 6. November 2022 um 18 Uhr in der Hamburger Hauptirche St. Katharinen ist Teil einer großangelegten Tournee mit nahezu 20 Konzerten zwischen Mitteldeutschland und Kopenhagen, die die Reiseroute nachzeichnen, die Heinrich Schütz mutmaßlich nahm, als er 1633 von König Christian IV. an den dänischen Hof berufen wurde, um dort aus Anlass der prinzlichen Hochzeit, des sogenannten „Großen Beilagers“ die Hofmusik zu leiten. Ziel dieses Projekts sowie des langjährigen ungebrochen enthusiastischen Wirkens der heutigen Hamburger Ratsmusik ist die Wiederbelebung dieses wertvollen wie raren Repertoires abseits des musikalischen Mainstreams. Aus Anlass ihres Jubiläums veröffentlicht die Hamburger Ratsmusik Ende Oktober 2022 bei cpo eine CD mit der Weltersteinspielung von Geistlichen Konzerten und Sonaten des Hamburger Ratsmusikers Diedrich Becker. www.hamburger-ratsmusik.de Freiburg: Es ist dem Förderprogramm Neustart Kultur zu verdanken, dass das Freiburger Barockorchester auf eine ganz besondere Reise gehen kann: Seit mehr als 20 Jahren pendelt das Orchester zwischen Freiburg und Berlin, um Abonnementkonzerte in der Hauptstadt zu spielen. Nun wird genau diese Strecke einmal musikalisch näher angeschaut. Die heutige ICE-Route von Freiburg nach Berlin verläuft weitestgehend genau so, wie die Reiserouten im 17. und 18. Jahrhundert, erst Richtung Norden, dann gen Osten. Auf diesem Weg liegen zahlreiche Residenzen und Städte, die von großer musikhistorischer Bedeutung waren. Eben diese musikalische Bedeutung gilt es, wiederaufleben zu lassen. So macht das Orchester Halt in Rastatt, Mannheim, Frankfurt, Kassel, Fulda und Eisenach, bevor die Reise schließlich in Potsdam ihren Abschluss findet. Auf dieser Route erklingen bekannte und unbekannte Werke von Komponisten, die an den jeweiligen Orten wirkten. Dabei gibt es berühmte Musikerpersönlichkeiten wie Johann Sebastian Bach oder Georg Philipp Telemann zu hören, aber auch Komponisten, die heute nur noch wenige kennen, z. B. Daniel Eberlin oder Fortunato Chelleri. Alle Komponisten eint jedoch die Tatsache, dass sie zum mannigfaltigen Musikleben in Deutschland im Zeitalter des Barock und der Klassik beitrugen und somit das Kulturland prägten. http://www.barockorchester.de/deut schlandreise/ TOCCATA - 122/2022 Hamburger Ratsmusik, Foto: Philipp Trochim

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