Toccata 06/2022

TOCCATA - 122/2022 Für seinen Einstand als Künstlerischer Leiter der Göttinger HändelFestspiele wählte George Petrou mit Giulio Cesare in Egitto seine Händel-Lieblingsoper – und eine Doppelrolle am Dirigentenpult und im Regiestuhl; Yuriy Mynenko und Sophie Junker in den Titelpartien stehen an der Spitze eines Ensembles, das dem internationalen Anspruch des Festivals vollumfänglich gerecht wird. Eine Online-Einführung in diesen visionären Zwitter aus Politthriller und Liebeskomödie gibt es ab Sonntag, 11.9. von Professor Volker Römermann. www.haendel-channel.de Hanover Band: Die Hanover Band und der Cembalist Andrew Arthur haben soeben Vol. 1 der Konzerte für ein Cembalo von J.S. Bach auf CD vorgelegt (Signum Classics), Vol. 2, ergänzt mit dem 5. Brandenburgischen Konzert, ist bereits aufgenommen. In den kommenden Jahren sollen einige der wichtigsten Chorwerke Bachs aufgenommen werden. Stravaganza: Die Veröffentlichung der nächsten CD des Ensemble Stravaganza/ Thomas Soltani ist für Januar 2023 geplant. Halle: Mit insgesamt 17 Veranstaltungen in vier Veranstaltungsreihen bietet die Stiftung Händel-Haus für die Spielzeit 2022/23 eine große Auswahl an Konzerten. Als größte Reihe bietet „Musik im HändelHaus“ mit in dieser Spielzeit sieben Konzerten den Zuschauern international renommierte Musikerinnen und Musiker, die teils bereits bei den Händel-Festspielen zu Gast waren. Den Auftakt für die neue Spielzeit gaben das Linzer Ensemble Castor zusammen mit der Traversflötistin Jana Semerádová am 15.10.2022 mit Werken von G. Ph. Telemann, F. Couperin, C. Ph. E. Bach und G.F. Händel. Die weiteren Konzertreihen sind „Focus Bohlenstube“, “Händels Schätze - Musik im Dialog” und „Schätze Mitteldeutschlands“. Info: https://haendelhaus.de/de/directory /29 Halle: Zum „Tag des offenen Denkmals“ öffnete die Stiftung HändelHaus gemeinsam mit der Halleschen Wohnungsgesellschaft mbH (HWG) das Wilhelm-FriedemannBach-Haus. Interessierte erwartet bei der Ausstellung „Musikstadt Halle“ Wissenswertes über den ältesten BachSohn Wilhelm-Friedemann Bach (1710–1784), Samuel Scheidt (1587–1654), Georg Friedrich Händel (1685–1759), Johann Friedrich Reichardt (1752–1814), Carl Loewe (1796–1869) und Robert Franz (1815–1892). Das Wohnhaus des ältesten Bach-Sohnes stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde zwischen 2010 und 2012 von der HWG aufwendig saniert. www.haendelhaus.de Cesti-Wettbewerb: Im Haus der Musik Innsbruck fand die 13. Auflage des Internationalen Gesangswettbewerbs für Barockoper Pietro Antonio Cesti der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik statt. In einem hochklassigen Finalkonzert konnte sich der Tenor Laurence Kilsby gegenüber seinen Mitbewerber*innen durchsetzen. Den zweiten Platz erreichte die Sopranistin Chelsea Marilyn Zurflüh, die auch den Publikumspreis gewann. Auf Platz drei landete der Countertenor Nicolò Balducci, der ebenfalls den Nachwuchspreis einheimste. Mehr als 175 Kandidat*innen aus 37 verschiedenen Ländern meldeten sich in diesem Jahr zum Wettbewerb an, um ihr Gesangstalent unter Beweis zu stellen. Die Pflichtarien stammten aus der Oper «La fida ninfa» von Antonio Vivaldi, die 2023 im Rahmen der Barockoper:Jung bei den Innsbrucker Festwochen aufgeführt wird. Sieger Laurence Kilsby aus Großbritannien konnte die Jury mit der Arie «Stragi, morti, sangue ed armi» aus der Oper «Rodrigo» von Georg Friedrich Händel und der Arie «Deh ti piegha» aus «La fida ninfa» von Antonio Vivaldi überzeugen. Auf Platz zwei landete die Sopranistin Chelsea Marilyn Zurflüh aus der Schweiz, die ebenfalls den Publikumspreis bekam, den dritten Platz sowie den Nachwuchspreis konnte sich der Countertenor Nicolò Balducci aus Italien sichern. Die Sonderpreise, ein Konzert im Rahmen der Resonanzen Wien und ein Engagement mit Il Gusto Barocco und Jörg Halubek, gewann ebenfalls Chelsea Marilyn Zurflüh. Ein weiterer Sonderpreis, ein Engagement im Rahmen des Festival della Valle d’Itria, ging an die italienische Sopranistin Martina Licari. Das Engagement für ein Konzert im Haus der Musik Innsbruck im Rahmen der Reihe «Academie Konzerte» unter der Leitung von Matthew Halls erhielt die Sopranistin Jaia Nurit Niborski Bolatti (Argentinien/Polen). Die Erfolgsgeschichte des CestiWettbewerbs begann im Jahr 2010, als Festwochen-Intendant Alessandro De Marchi den Nachwuchswettbewerb für Sänger*innen im Barockopernfach ins Leben rief. Seitdem stellten sich weit mehr als tausend Talente den hochkarätigen Juryteams, um ihre Gesangskünste zu präsentieren. Die namhafte Jury unter dem Vorsitz von Sebastian Schwarz (Künstlerischer Leiter des Teatro Regio Torino & dem Festival della Valle d'Itria) setzte sich 2022 aus weiteren Fachleuten der Opernund Konzertwelt zusammen: Alessandro De Marchi (Intendant der Innsbrucker Festwochen der Alten Musik), Nora Schmid (Geschäftsführende Intendantin der Oper Graz und designierte Intendantin der Semperoper Dresden), Vivica Genaux (Opernsängerin), Eitan Sorek (Gründer und Geschäftsführer von Sorek Artists Management), Valérie Chevalier (Generaldirektorin der Opéra National de Montpellier), André Comploi (Künstlerischer Koordinator des Teatro alla Scala di Milano), Hein Mulders (Intendant der Oper Köln) und Lucas Christ (Musikalischer Assistent des Künstlerischen Leiters des Teatro La Fenice Venedig). Zusätzlich zum begeisterten Publikum im Haus der Musik Innsbruck verfolgten einige tausend Zuseher*innen das Finalkonzert im Livestream. Bremen: Das Musikfest Bremen war am 20. August bei bestem Spätsommerwetter mit dem Eröffnungsabend „Eine große Nachtmusik“ gestartet, der mit seinen 18 Konzerten an neun Orten rund um den illuminierten Marktplatz rund 3.250 Besucher anzog – und live von den Medienpartnern Bremen Zwei, Deutschlandfunk Kultur und Arte concert übertragen worden ist. In den darauffolgenden drei Wochen folgten zahlreiche weitere Höhepunkte wie das Recital vom diesjährigen Musikfest-Preisträger, dem französischen Countertenor Philippe Jaroussky. Völlig neue Höreindrücke boten Anima Eterna Brugge und Pablo Heras-Casado mit Bruckners siebter Sinfonie genauso wie das Konzert des Orchesters des 18. Jahrhunderts mit Alexander Melnikov auf zwei historischen Hammerflügeln (Lagrassa/1815 und Erard/1842). Jérémie Rhorer entlockte mit seiner Le Cercle de l’Harmonie in der von Giuseppe Verdi präferierten Stimmung von 432 Hertz der Partitur von „Rigoletto“ bisher so nie gehörte Details. Eine weitere wichtige Säule des Musikfest Bremen war erneut die Nachwuchsförderung. Drei durchgeführte Musikfest Bremen-Ateliers fanden als mehrtägige Werkstätten für junge Musike*innen aus der ganzen Welt unter der Leitung angesehener Dozent*innen-Teams statt. Alfredo Bernardini, Catherine Jones, Veronika Skuplik und Andrea Buccarella widmeten sich in Jever in „Katharinas Hofmusik IV“ venezianischen Komponisten, die zur Zeit der Zarin für die grenzüberschreitende Musikkultur an den europäischen Höfen standen. Im Atelier „Wege zu Bach“ ergründeten Lionel Meunier und weitere Dozenten in Ganderkesee an und mit der Schniter-Orgel mit jungen Sänger*innen und Instrumentalist*innen, welche Komponisten für Johann Sebastian Bach prägend waren. Nach der Premiere der Ateliers im vergangenen Jahr war erneut die übereinstimmende Resonanz der Teilnehmenden, dass sie in diesen Workshops willkommene Einblicke mit gezieltem Praxisbezug zu thematischen Schwerpunkten bekommen, die so im regulären Hochschulbetrieb nicht vermittelt werden. Der Termin für das 34. Musikfest Bremen: 19. August bis 9. September 2023. Berlin: Berlin wird vom 10. bis zum 26. Februar 2023 mit dem Festival „SPAM – Spandau macht Alte Musik“ um ein besonderes Highlight im hauptstädtischen Kulturleben beNACHRICHTEN 7 Die Preisträger des Innsbrucker Cesti-Wettbewerbs 2022: Nicolò Balducci (Platz 3 & Nachwuchspreis), Laurence Kilsby (Platz 1) & Chelsea Marilyn Zurflüh (Platz 2 & Publikumspreis) © Die Fotografen

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