Toccata 06/2022

reichert. Jahreszeitlich passend steht das Festival unter dem Motto „Passion Karneval“. In den Konzertprogrammen werden musikalische Werke aus dem Mittelalter, der Renaissance und des Barocks präsentiert, deren Entstehung und Inhalt unmittelbar mit den Themenkreisen Karneval bzw. Passion zusammenhängen. Das Spektrum reicht dabei von humorvollen ProgrammmusikWerken und Auszügen aus Faschingsopern bis hin zu geistlichen Motetten, Kantaten und Passionsvertonungen. Die Spandauer St.-Nikolai-Kirche aus dem 14. Jahrhundert besitzt einen der bedeutendsten gotischen Sakralräume Berlins; der Pallas auf der Zitadelle beherbergt mit seinem „Gotischen Saal“ ein akustisches Highlight unter den Berliner Kammermusiksälen; und die „Italienischen Höfe“ als Teil einer der bedeutendsten Renaissance-Festungen Europas bieten ungewöhnliche Raumeindrücke. Das sind nicht nur optimale Spielorte für ein Festival, sondern garantieren den musikalischen Werken der jeweiligen Epochen ein hervorragendes, ganzheitliches Klang- und Raumerlebnis. Eingeladen zu „SPAM - Spandau macht Alte Musik“ sind neben herausragenden, in Berlin ansässigen Ensembles auch renommierte international gefeierte Künstlerinnen und Künstler. Gäste des Festivals werden sein: Lina Tor Bonet und ihr Ensemble Musica Alchemica, die Lautten Compagney, Bernhard Forck und seine Akademie für Alte Musik Berlin, Hirundo Maris mit Arianna Savall, die Vokalensembles Vox Luminis und Vox Nostra, die Capella de la Torre und der RIAS Kammerchor unter der Leitung von Rinaldo Alessandrini, ebenfalls werden Margret Köll, Luca Pianca, Holger Falk, Franziska Fleischanderl anwesend sein, als auch Nicholas Mulroy und der weltberühmte, niederländische Organist Ton Koopman, sowie die Ensembles Nuovo Aspetto, Musica Fiata, La Capella Ducale, Continuum und das Gambenconsort Phantasm. Das Leitungsteam des Festivals ist ebenfalls hochkarätig besetzt. Die Leiterin des Kulturhauses Spandau Britta Richter hat die organisatorische Leitung übernommen, die künstlerische Leitung obliegt der international, renommierten Gambistin Heidi Gröger, sowie dem Musikwissenschadler und bekannten Rundfunkmoderator Bernhard Schrammek. Getreu dem Festival Motto „Passion Karneval“ werden in diesen 16 Tagen im Februar 2023 die Gegensätzlichkeiten zwischen dem ausgelassenen, weltlichen Karnevalstreiben und der geistlichen Besinnung am Beginn der Passionszeit eindrucksvoll dargestellt. Eine kleine Auswahl aus der Vielzahl der dafür bestimmten Musik an den „Originalterminen“ aufzuführen, ist der inhaltliche Kern des Festivals. Der Kartenverkauf beginnt am 23.09.2022. Karten gibt es unter: https://www.eventbrite.de/o/kulturhau s-spandau-30045262856#events Sowie im Kundenbüro des Kulturhauses Spandau: 030-3334022, oder im Büro Gotisches Haus 0303339388 IVWC: Die drei Gewinner des Internationalen Van-Wassenaer-Wettbewerbs - Klassisches und romantisches Repertoire 2022 sind: PuraCorda, das Fanny Davies Ensemble mit Javier López Escalona, Cello und Laura Granero, Hammerflügel und Ricerche Parallele mit Giulio Padoin, Cello und Gabriele Lucherini, Hammerflügel (jeweils 1500 €). Den OOM-Preis: Gewinner einer Konzerttournee im Rahmen der Seizoen Oude Muziek 2023/ 2024 erhielt das Fanny Davies Ensemble und den Publikumspreis Ricerche Parallele. Der Jury gehörten an: Krijn Koetsveld (Vorsitzender), Clive Brown, Emily Worthington, Marc Mauillon, Richard Egarr und Sylvie Brély. Preise: Studierende der Schola Cantorum Basiliensis erhielten Preise in verschiedenen Wettbewerben. Gabriele Lucherini und Giulio Padoin aus den Klassen von Andrea Marcon und Christophe Coin gewannen den ersten Preis und den Publikumspreis des "Internationalen Van Wassenaer Wettbewerbs 2022". Alberto Gaspardo, Susanna Soffiantini, Giulia Ricci und Giulio de Nardo aus den Orgelklassen von Tobias Lindner und Wolfang Zerer gewannen den ersten, zweiten und dritten Preis des "20. Orgelwettbewerbs um den Paul-HofhaimerPreis der Landeshauptstadt Innsbruck". Nicolas Aubin aus der Klasse von Francesco Corti gewann den ersten Preis sowie den Sonderpreis des Internationalen Cembalofestivals in Tallinn (Estland) und den Sonderpreis des Vivat Curlandia! Festival für Alte Musik in Bauska (Lettland) des "Sigismundus Lauxmin International Harpsichord Contest 2022". Abadie: Lisandro Abadie wurde ab dem Herbstsemester 2022/ 23 Dozent für Historische Aufführungspraxis Gesang an der Schola Cantorum Basiliensis. Telemann: Bereits seit 2020 widmet sich das Collegium musicum in seinem auf sieben Jahre angelegten Telemann Project den 72 Kantaten des „Französischen Jahrgangs“ von Georg Philipp Telemann (16811767): Unter der Gesamtleitung von Prof. Felix Koch wird der zum Kirchenjahr 1714/15 entstandene Kantatenjahrgang, dessen Kantaten als bisher weitgehend unerschlossene Handschriften im Archiv der Senckenberg-Bibliothek Frankfurt/M. ruhen, erstmals komplett neu ediert und mit den Gutenberg Soloists und dem Neumeyer Consort aufgeführt und als Weltersteinspielung auf CD aufgenommen. Ende Oktober widmeten sich eine Gruppe internationaler Fachleute sowohl diesen Kantaten als auch dem gesamten musikpraktischen Unterfangen: 18 Referate beschäftigen sich an drei Tagen mit den drei Bereichen Telemann in Frankfurt, dem Verhältnis von Edition und musikalischer Praxis und dem Aspekt der Kompositionstechnik. Die wissenschaftliche Tagung fand in der Alten Mensa auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität Mainz statt – von Sonntag, 30. Oktober, bis Dienstag, 1. November. Die Tagung richtet sich sowohl an die musikalisch-musikwissenschaftliche Fachwelt als auch an ein breites interessiertes Publikum. Sie ist vor Ort öffentlich zugänglich und kann auch als Live-Stream online verfolgt werden. Flankierend zur Tagung fanden als „klingende Ergänzung“ zwei Konzerte statt. Die Gutenberg Soloists mit Klaus Mertens als „Artist in residence“ und das Neumeyer Consort unter der Leitung von Felix Koch stellten in der Evangelischen Kirche Nieder-Saulheim ausgewählte Trinitatiskantaten aus Telemanns „Französischem Jahrgang“ vor – die vier Werke sind zum ersten Mal seit über 250 Jahren wieder erklungen! Studierende und Lehrende der Musikhochschulen Mainz und Rostock erweiterten den Blick und den Zugriff auf Telemann bis in die Gegenwart hinein mit ihren Telemann-Assoziationen. https://www.telemann-project.de/ Preis: Der Internationale HeinrichSchütz-Preis geht in diesem Jahr erstmals an zwei Institutionen. Im Festjahr SCHÜTZ22 – „weil ich lebe“ anlässlich des 350. Todestages des Komponisten werden die Verlage Bärenreiter (Kassel) und Carus (Stuttgart) mit der silbernen Ehrenmedaille ausgezeichnet, die seit 2018 alljährlich im Rahmen des Heinrich Schütz Musikfestes verliehen wird. Mit diesem undotierten Preis werden Persönlichkeiten, Ensembles, Einrichtungen und Institutionen geehrt und gewürdigt, die sich durch exzellente künstlerische wie wissenschaftliche Leistungen und Verdienste um die Interpretation, lebendige Vermittlung und weitreichende Verbreitung des Œuvres von Heinrich Schütz und der Musik seiner Zeit sowie durch ein herausragendes Engagement für deren TOCCATA - 122/2022 NACHRICHTEN 8 Gewinner des Internationaal Van-Wassenaer-Competition 2022

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